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HEIZÖL: Abschied vom billigen Heizöl


Ölpreise steigen robust. Teure Versorgung über an Rhein hält an.


Gestern setzten die Ölpreise ihren Bilderbuch-Aufwärtstrend fort. Nun kratzen sie in New York wieder an der psychologisch wichtigen 30$-Marke. Derzeit sieht es so aus, als könnten sie die Hürde locker nehmen.

Die fundamentale Begründung für die aktuelle Stärke ist simpel. Die OPEC hat eine Kürzung der Liefermengen für November festgesetzt und stellt eine weitere als Signal der Entschlossenheit auf ihrem Dezember-Treffen zur Diskussion. Die Botschaft wurde von den Märkten offensichtlich verstanden. Hugo Chavez, der umstrittene Präsident Venezuelas, versucht derweil der Welt klarzumachen, dass Öl insgesamt teurer werden wird.

Pikanterweise ist die Teuerung des Öls nicht zuletzt dem Ölmann und glücklosen Ritter George W. Bush zuzuschreiben. Der wollte mit seinem Feldzug ins Herz der ölreichsten Region der Erde die Ölversorgung sicherer machen. Doch so unsicher wie heute war sie schon lange nicht mehr. Bush hat sie zu einer Zielscheibe des internationalen Terrorismus verkommen lassen. Während die OPEC die Mengen mit der Begründung kürzt, dass aus dem Irak in Kürze wieder 2 Mio. Barrel Öl pro Tag zu erwarten sind, setzen die Kämpfer gegen die westliche Welt alles daran, diese 2 Mio. Barrel zu verhindern. Wenn sie das durch unkalkulierbare Nadelstiche schaffen, wird der Preis steigen und die Wirtschaft belasten. So günstige und effektive Kampfbedingungen wie im heutigen Irak haben diese Kämpfer bisher noch nicht vorgefunden.

Die Hauptlast des teuren Öls haben die USA selber zu tragen, denn ihnen wird keine Dämpfung durch einen bemerkenswert schwachen Dollar zuteil. Die bleibt uns Europäern vorbehalten.

Neben der unsicheren Versorgungslage wird er Ölpreis von Spekulanten mit viel Geld getrieben. In erster Linie sie sorgten für überraschende Preisbewegungen. Dass der Ölpreis heute da ist, wo er ist, schien uns bereits im Mai und Juni plausibel. Deshalb rieten wir immer wieder zum Kauf auf dem damals guten Niveau. Wir wurden allerdings, wie so viele andere auch, durch die zwischenzeitlich aufgetretenen Preiseinstürze verunsichert. Insbesondere der letzte heftige Preisrückgang führte bei uns zu einem Meinungswechsel. Das war, wie sich nun zeigt, falsch. Die Einschätzung, dass die Ölpreise durch die Ereignisse der jüngeren Geschichte steigen, erweist sich doch als richtig.

Die Preisentwicklung des Öls ist wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung der Industriestaaten, heißt es. Sollte diese nennenswert vom mächtigsten Mann der Welt beeinflusst werden können, wofür einiges spricht, ist der Preisanstieg des Öls in der Tat vorhersehbar. Denn die Vita des George W. Bush zeigt, dass der Mann in wirtschaftlichen Angelegenheiten kein Fortune hat. Nach drei Firmenpleiten, die er hinlegte, ging er in die Politik. Sollten Vorhersagen wirklich so einfach sein?

Heute Morgen zeigt sich der Gasölpreis mal wieder beruhigt. Mit 246,25$ pro Tonne herrscht Preisgleichheit zu gestern Abend.

Unsere Heizölpreise zogen gestern weiter an. Inzwischen zeigen die Preischarts für Heizöl wieder klare Aufwärtstrends. Und, wer hätte das gedacht, im Bundesdurchschnitt sind die Preise auf ein neues Hoch nach dem Ende des Irakkriegs geklettert. Ein Teil dieser Höhe ist selbstverständlich hausgemacht. Der Jahrhundertsommer mit dem fehlenden Regen hat den Transport auf dem Rhein extrem teuer werden lassen. Es ist immer noch kein Ende dieser Hochpreisphase in Sicht. Wer jetzt noch Öl für den Winter benötigt, sollte bestellen. Denn obwohl Heizöl derzeit alles andere als billig ist, war es auch schon bedeutend teurer. Und das kann es wieder werden.

03.10.03

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