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HEIZÖL: Benzin zieht alle mit


Gestern entluden sich die Emotionen über die schlechten Vorratsdaten und über die angespannte Benzinversorgung in den USA. Benzin konnte dabei die höchsten Kursgewinne seit 19 Jahren verbuchen. Die Rohöl- und Heizölpreise wurden hinterhergezogen.

Woher soll derzeit Entspannung für die Preise kommen? Die unsichere Lage in den kritischen Lieferländern Irak, Nigeria und Venezuela nimmt weiter zu. Einzig die schlechte Versorgungslage der USA mit Benzin lässt in wenigen Wochen Entspannung erwarten. Nach dem 1. September sollte die Fahrleistung im Land traditionell zurückgehen. Dann könnte es für ein paar Wochen Ruhe geben. Im schlechten Fall wird sich aber mit Beginn des Winters ein Heizölproblem einstellen.

In Venezuela gibt es wieder Demonstrationen gegen den Präsidenten. Die Opposition will seine Abwahl erzwingen. Anders als vor neun Monaten werden diesmal allerdings geringere Auswirkungen auf die Ölindustrie erwartet. Hugo Chavez hatte nach den letzten Streiks, die die Ölproduktion hart trafen, die hälfte der 36.000 Beschäftigten der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA feuern lassen. Nun wird die Arbeit von zu wenigen aber willfährigen Kräften verrichtet.

Allerdings drohen jetzt Sabotageaktionen von außen. Die Wut und der Angriffswille vieler Entlassener ist groß. Sie könnten der Ölindustrie mit ihrem Wissen beachtlichen Schaden zufügen. So wurde kürzlich das gesamte Kommunikationsnetz der größten Raffinerie Venezuelas lahm gelegt, weil ein Glasfaserkabel gestohlen wurde.

Der fundamentale Hintergrund trägt nach wie vor den Aufwärtstrend der Ölpreise. Der fällt beim Heizöl allerdings moderat aus. Ein großer Teil der seit Juni vollzogenen Preissteigerung geht auf das Konto der Dollarstärke. Die Währung wartet mit einem erstaunlich festen Aufwärtstrend auf. Der wird vermutlich anhalten.

Heute Morgen startet der Gasölpreis unverändert in den Tag. Allerdings legte er gestern kräftig zu. Die Tonne kostet zur Stunde 247,50$.

Unsere Heizölpreise stiegen gestern mit dem Weltmarkt und mit dem Dollar. Sie haben sich dem letzten Hoch vom 8.8. wieder deutlich angenähert. Wir vermuten, dass sie das Top im Verlauf dieser Bewegung überschreiten werden, um dann wieder einen Dämpfer zu erhalten. In den nächsten Wochen wird sich Heizöl nach unserer Einschätzung in einer buckligen Bewegung verteuern. Antrieb erhält es dabei wechselweise vom Ölmarkt und vom Dollar. Aber auch aus dem Inland drohen Preissteigerungen. Auf Grund der geringen Nachfrage sind die Margen in den letzten Wochen dramatisch gefallen. Sie werden sich im September bei wachsender Kauffreude schnell wieder erholen.

22.08.03

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