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HEIZÖL: Gute US-Vorratsdaten
Abwärtstrend hält noch.
Die Heizölpreise gaben gestern nach. Die Rohölpreise gingen nahezu unverändert aus dem Handel. Gute US-Vorratsdaten hielten den kurzfristigen Abwärtstrend in der Spur. Der US-Dollar stand bei Handelsschluss ebenfalls kaum verändert zum Vortag. Spekulationen über ein Ende der Zinsanhebungen machen ein Ende des Aufwärtstrends wahrscheinlich.
In den USA wird heute und morgen nicht gehandelt. Die Börsen sind wegen Thanks Giving geschlossen. Üblicherweise bewegen sich die Preise an diesen Tagen unterdurchschnittlich stark. Das sollte auch in diesem Jahr so sein, da weder vom Wetter noch von der Politik überraschende Ereignisse zu erwarten sind.
Die Stimmung am Markt ist entspannt. Auskömmliche Vorräte, eine fortschreitende Wiederinbetriebnahme der Förderung im Golf von Mexiko und eine zarte Tendenz zur Sparsamkeit in den USA lassen keine ernsthaften Gedanken an Vorsorgungsprobleme aufkommen.
DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) balsamierten die Seelen der ins lange Wochenende entschwundenen Börsianer mit folgenden Zahlen über die US-Vorräte:
Rohöl: +0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,4 Mio. Barrel (API) Heizöl und Diesel: +1,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,0 Mio. Barrel (API) Benzin: +0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,3 Mio. Barrel (API)
In Summe ergibt sich ein Aufbau von 1,7 (DOE) bzw. 6,7 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind gegenüber der Vorwoche und dem Vorjahr gestiegen. Die Raffinerieverfügbarkeit ist gegenüber der Vorwoche etwas verbessert. Sie ist allerdings weiterhin viel zu niedrig. Der Vergleich der aktuellen Vorratszahlen mit denen der jüngeren Vergangenheit lässt die sorglose Stimmung durchaus plausibel erscheinen. Die Raffineriedaten sind dazu nicht geeignet. Sie werden momentan ignoriert. Erst bei einer Stimmungs- und Trendumkehr werden sie den Bullen wieder als Argument dienen.
Die New Yorker Händler bewegen die Preise stärker als Teilnehmer anderer Börsen. Sie handeln weltweit relevante Preise. Der Einfluss auf ihre Stimmungslage kommt aber in erster Linie aus dem nahen Umfeld. Daher fließen Ereignisse, die auf die USA begrenzt sind wie beispielsweise die letzten Hurrikane, überproportional hoch in die Bewertung ein. Aktuell gilt das für den Einfluss des leichten Nachfragerückgangs in den USA. Er dämpft die Preisentwicklung erheblich. Weltweit geschieht das Gegenteil. Die Nachfrage steigt deutlich. Dieser Umstand findet z.Z. keinen Niederschlag in der Preisbildung. Das birgt die Gefahr neuer Übertreibungen, wenn die Realität außerhalb der USA wieder wahrgenommen wird. Dann wird es wahrscheinlich alle Händler schlagartig auf die bullische Seite drängen.
Momentan ist daran nicht zu denken. Die Frage ist jetzt eher die, ob der Abwärtstrend weitere Tiefpreise hervorbringen kann oder ob der Trend langsam ausläuft und das aktuelle Niveau als Richtwert für mehrere Wochen gelten wird. Die Antwort ist spekulativ. Die fundamentale Betrachtung des Marktes spricht dafür. Die charttechnische Sicht lässt mehr Preisnachlass zu.
Heute Morgen wird der gestrige Preisrückgang durch den Gasölpreis bestätigt. Die Tonne kostet 485,50 $. Das ist das Preisniveau von Anfang Juni.
Unsere Heizölpreise geben wieder nach. Der Weltmarkt übt einen positiven Einfluss aus. Einzelne Probleme bei der Verfügbarkeit der Ware sorgen für regionale Verwerfungen im Inland. Teilweise werden deutlich höhere Preise verlangt, weil die Lager kurzfristig knapp sind. Mit dem Monatswechsel sollte das Problem verschwinden. Dann wird der Gleichtakt zum Weltmarkt wieder hergestellt sein. Das allgemeine Preisniveau ist auf Sommerstände gesunken. Die erwartete Preisbewegung ist damit eingetreten. Vielmehr sollte man angesichts steigender weltweiter Nachfrage nicht verlangen.
24.11.05
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