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HEIZÖL: Heizöl teuerer


... innerhalb des mittelfristigen Preiskanals.


Aus den Rohölpreisen ließ sich am Freitag Abend nur schwer eine Tendenz ablesen. Heizöl offenbarte einen leichten Hang zur Teuerung. Der Winter ist entgegen mancher Wunschvorstellungen noch nicht vorüber. Damit könnte Heizöl die Preishoheit noch einmal übernehmen und zu einem allgemeinen Auftrieb führen. Ein Ausbruch aus der z.Z. gültigen Handelsspanne steht allerdings nicht zur Diskussion. Der Dollar verlangsamte in den letzten Tagen seinen kurzfristigen Abwärtstrend.

Dem Ölmarkt fehlen neue Impulse, die den Preisen einen klaren Trend aufzwingen könnten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Handelspanne zwischen 44$ und 50$ für US-Rohöl der Marke WTI weiterhin Bestand hat, ist groß. Die fundamentalen Umstände sind relativ ausgeglichen. In der aktuellen Stimmung überwiegt der bullische Anteil geringfügig.

Insbesondere Phantasien über mögliche Lieferkürzungen der OPEC sorgen im kurzfristigen Bereich für Preisauftrieb. Saudi Arabien gibt sich in dieser Frage bewusst unklar. Andere OPEC-Mitglieder lehnen entsprechende Forderungen derzeit ab. Langfristig geht man von einem weiteren kräftigen Nachfrageanstieg aus. Dem steht ein Programm Saudi Arabiens zum Ausbau der eigenen Förderfähigkeit gegenüber, so dass auch hieraus keine klare Preistendenz hergeleitet werden kann. Aktuell beträgt die Förderfähigkeit knapp 11 Mio. Barrel pro Tag. In fünf Jahren sollen es mindestens 12,7 Mio. Barrel sein. Eventuell werden es sogar 15 Mio. Barrel. Die Nachfrage soll darüber entscheiden.

Der Ausbau der Förderkapazitäten findet aber auch andernorts statt. So ist die reichlich abgeerntete Nordsee immer noch interessant für Ölgesellschaften. Sie investieren in neue Technik, die Öl aus Tiefen von über 3000 Meter fördern kann. Nach heutiger Erkenntnis gibt es keinen Zweifel daran, dass die Ölversorgung auch bei großem Nachfragezuwachs sicher ist. Der Preis wird aber steigen, da die Förderung teurer wird.

Dass die Preise kurzfristig nicht deutlich steigen, ist hauptsächlich gut gefüllten Lagern zu verdanken. Auch in der letzten Woche wurden positive Daten aus den USA gemeldet. Der Aufbau bei Rohöl und Benzin schreitet voran. Inzwischen rückt Benzin wieder in den Vordergrund der Betrachtung. Traditionell zieht der sich abzeichnende Mangel vor der US-Fahrsaison die Ölpreise in die Höhe. Z.Z. ist davon noch nichts zu spüren. Das Thema bleibt angesichts eines Verbrauchswachstums der USA von 1-2% gegenüber dem Vorjahr und beachtlicher Abstimmungsschwierigkeiten der Bundesstaaten hinsichtlich der Spezifikationen spannend. Letzteres wird u.a. als Behinderung für den Ausbau der eigenen Verarbeitungskapazitäten gesehen. Ausgleich wird durch Importe aus Europa geschaffen. Die sorgen hierzulande immer wieder für anziehende Benzinpreise im Frühjahr.

Anzeichen, dass sich mittelfristig aber doch eine Preissteigerung einstellen wird, liefert die Einstellung der großen Spekulanten (Investmentfonds). Sie bauen ihre Positionen auf steigende Kurse aus. Da bei dieser Gruppe vor einem Engagement aufwendige Marktrecherchen erstellt werden, muss man von einer erhöhten Wahrscheinlichkeit des Eintreffens der Prognose ausgehen.

Die Dollarentwicklung befindet sich an einem Scheidepunkt. Wenn der kurzfristige Abwärtstrend kippen sollte, handelte es sich bei der jüngsten Bewegung lediglich um eine Korrektur des im Dezember begonnenen Aufwärtstrends. Sollte sich der Preisverfall in dieser Woche dagegen fortsetzen, ist die Wahrscheinlichkeit für eine erneute längere Schwächephase der US-Währung groß.

Der Gasölpreis lässt heute Morgen keinen Schluss über den weiteren Verlauf zu. Die Tonne kostet 413,75$. Sie ist etwas billiger als zum Handelsschluss am Freitag. Die USA werden heute keine Impulse zur Preisentwicklung beisteuern. Die Börsen sind feiertagsbedingt geschlossen.

Unsere Heizölpreise steigen weiter. Die häufig erwähnte Handelsspanne von 40 bis 45 Cent pro Liter im Bundesdurchschnitt für 3000 Liter Liefermenge wird derzeit am oberen Ende ausgearbeitet. Man kann einen Ausbruch nach oben zwar nie ausschließen. Dennoch halten wir ihn für eher unwahrscheinlich. Nach wie vor gilt die Empfehlung, momentan lieber auf Terminflexibilität bei der Bestellung zu setzen und die daraus resultierende Einsparung in den Transportkosten einzustreichen als auf deutlich fallende Preise zu spekulieren.
von Klaus Bergmann
21.02.05

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