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HEIZÖL: Heizölnachfrage treibt Ölpreise


Iran sinniert über Lieferkürzungen.


++++ Öltelegramm ++++ Öltelegramm ++++ Öltelegramm ++++

China importierte im April deutlich weniger Öl als ein Jahr zuvor. Das US-Energieministerium erwartet für die kommenden Monate einen Nachfrageeinbruch. Der Iran denkt über eine Lieferkürzung nach, weil die Nachfrage nach OPEC-Öl rückläufig ist. Die OPEC weist Forderungen nach höheren Liefermengen zurück. Saudi Arabien wird in 2009 Reservekapazitäten von 3 Mio. Barrel pro Tag haben. Der Ölpreis stieg gestern unter Führung der Heizölfutures rasant an. Heizöl und Diesel sind weltweit stark gefragt. Unterstützend wirkte die Information, dass man im Iran über eine Lieferkürzung nachdachte. Preisbildung ist Interpretationssache. Seit geraumer Zeit ist diese bullisch dominiert. Der Dollar gewann gestern an Wert. Inflationssorgen lassen eine Zinserhöhung in den USA wieder als möglich erscheinen.

preistreibende (bullische) Einflüsse:
Iran dachte an Ausstoßkürzung
Goldman Sachs denkt an 200 $ pro Barrel
Terrorbedingter Produktionsausfall in Nigeria
OPEC will aktuell keine Produktionserhöhung
Chinas Nachfrage wächst weiter
Produktionskosten steigen rasant
IEA prognostiziert Versorgungsengpässe ab 2012
Charttechnik: Aufwärtstrend

preisdrückende (bärische) Einflüsse:
Chinas Ölimporte fielen im April
Gedämpfte Nachfrageentwicklung
Hohe OECD-Vorräte
Schwächephase der US-Konjunktur
US-Regierung will Ölkonsum senken

Unsere Heizölpreise steigen weiter. Wieder erwies sich der Ansatz einer Gegenbewegung als trügerisch. Die Marktstimmung ist weiterhin streng bullisch. Vom Dollar kommt derzeit keine gegenläufige Wirkung. Es ist nicht absehbar, dass der Heizölpreis nennenswert nachgeben wird. Gas- und Strommarkt signalisieren zweistellige Preissteigerungsraten. Verbrauchern wird die Effizienzdiskussion über die Preise aufgezwungen. Es hat keinen Sinn, sich dieser zu widersetzen. Wer zu spät kommt, den wird der Preis noch stärker strafen.

von Klaus Bergmann
14.05.08

Tiefpreis und Tageskommentar?
 

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Alle Kommentare:

Alfred schrieb am 2008-05-18 17:10:30 Sobald unsere Damen und Herren in der gewählten Regierung Ihre private Geldbörse beim Betanken Ihrer Fahrzeuge selbst öffnen müßten, wird der Spritpreis für den Wähler wieder normal sein.

Wolfgang schrieb am 2008-05-16 11:26:13 Ich finde es eine Frechheit das
der Spritpreis künstlich in die höhe getrieben wird und unsere Regierung NICHTS untrernimmt.Die Damen und Herren in Berlin sollten sich was schämen.

Stefan Starke schrieb am 2008-05-14 09:31:07 Sehr geehrter Herr Dr. Bergmann,

ein wichtiger Tipp an die Kunden in der jetzigen Situation:
Bitte den Öltank nicht bis zum letzten Tropfen leer fahren.

Die letzten zehn Prozent können Ölschlamm sein. Die Gefahr droht besonders dann, wenn:
- Der Tank seit vielen Jahren nicht mehr gereinigt wurde
- Der Tank dem Zweijahresverbrauch entspricht und bei Gelegenheit auch voll getankt wurde
- Billiges Öl gekauft wurde

Nicht, dass der Kunde am Ende die Handwerkerrechnung auf den Tisch liegen hat und der Tank immer noch leer ist.

Das ist die generelle Erfahrung in der Energieberatung. Wenn die Energiepreise einen Sprung nach oben machen, reagiert ein Teil der Nutzer mit Chaosreaktionen.
Dann wird kaum noch geheizt und gelüftet, bis der Schimmel die Wände rauf und runter kriecht.
Dann wird in den Baumarkt gerannt und für 499 Euro irgendein Schrottkaminofen gekauft.
Dann wird irgendeine Lösung gesucht nach dem Motto: Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass.


Mit freundlichen Grüßen

i.A. Stefan Starke

misterdata schrieb am 2008-05-14 09:22:01 So richtig es ist, im eigenen Interesse die Effizienz zu steigern, mich erinnert das immer mehr an die zahlreichen Spekulationsblasen der Vergangenheit. Als Beispiel mal der NASDAQ im Langfristchart mit der Blase (Internet, New Economy, New Market etc.):

http://bigcharts.marketwatch.com/quickchart/quickchart.asp?symb=nasdaq&sid=3291&o_symb=nasdaq&freq=2&time=20

Je schneller und übertriebener der Anstieg, desto eher platzt erfahrungsgemäß die Blase. Bei derzeit bald 1% Preissteigerung pro Tag würde in wenigen Jahren das Sozialprodukt aller Staaten der Erde nicht mehr ausreichen, alleine nur die Ölprodukte zu bezahlen.
Insofern begrüße ich eigentlich die momentane Zuspitzung, um so eher ist der Spuk vorbei. Am langfristigen (gemäßigten) Aufwärtstrend ändert das allerdings wohl nichts.



 
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