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HEIZÖL: Heizölvorräte knapp


Preise durch starken Abbau in US-Lagern in die Höhe getrieben.


Gestern wurden die Preise zeitweise aufwärtsgepeitscht und erreichten neue Zwei-Jahres-Höchststände. Der Motor für diese Bewegung war nicht wie erwartet die Rede von Colin Powell vor dem Sicherheitsrat der UNO über die Massenvernichtungswaffen des Saddam Hussein sondern die Veröffentlichungen zum Stand der US-Ölvorräte.

Während Powell keine stichhaltigen Beweise vorlegen konnte, sprachen die Berichte über die Lagerstände eine eindeutige Sprache. Die Heizölvorräte sind in der letzten Woche überdurchschnittlich stark gesunken und stehen jetzt 21% unter den Vorräten des Vorjahres. Angesichts dieser Tatsache waren die Werte für Rohöl und Benzin fast uninteressant (siehe Charts Lagerbestände). Für diese sogenannten Hauptprodukte zusammen ergibt sich ein Minus von gut 12% zum Vorjahr.

Mit diesen Zahlen bewaffnet trieben die Händler die Preise aufwärts. Und als sie die neuen Zwei-Jahres-Höhen erreicht hatten, kam die Kunde, dass Powells Beweise als unzureichend eingestuft werden. Darauf drehte die Stimmung der Meute. Es ging rasant abwärts. Gegen Ende des Tages wechselte die Meinung abermals und schob die Kurse auf einen moderaten Tagesgewinn.

Mit Abstand betrachtet ist die US-Vorratslage zwar alles andere als gut. Aber vor drei Jahren sah sie deutlich schlechter aus. Der Heizölvorrat stand damals fast 11% unter den aktuellen Werten. Was folgte, war allerdings eine handfeste Preiskrise, in deren Verlauf Bill Clinton die strategischen Reserven ins Spiel brachte. Ob es jetzt soweit kommen wird, hängt von den aktuellen Zuflüssen ab. Aus Venezuela kommt täglich die Meldung über die weitere Steigerung der Produktion. Inzwischen hat sie laut Regierungsangaben fast 2/3 des Maximalwertes erreicht. Andere OPEC-Staaten sollten mittlerweile zusätzliche Ölladungen auf die Meere geschickt haben, die in spätestens vier Wochen zu einem kräftigen Anstieg der Ölbestände beitragen müssten. Ob durch den aktuellen Mangel bereits ein nachhaltiger Schaden in der Versorgungskette entstanden ist, dessen Folgen durch die zusätzlichen Mengen nicht mehr aufgefangen werden können, ist derzeit nicht zu beurteilen.

Aus dieser Unsicherheit werden momentan weitere Preissteigerungen gespeist. Der Gasölpreis übertrifft sich heute Morgen erneut. Die Tonne kostet 292,25$. Nun kommt bereits die 300$-Marke als psychologisches Element ins Spiel.

Unsere Heizölpreise machen ebenfalls einen kräftigen Satz aufwärts. Die Dollarnotierungen konnten ihnen gestern nicht helfen, denn sie zogen gegen den herrschenden Trend an. Dennoch sind die Preise hierzulande noch recht deutlich von den Spitzenwerten um die Weihnachtszeit entfernt. Verbraucher sollten sich aber bewusst sein, dass diese im aktuellen Marktumfeld schnell überboten werden können.

06.02.03

Tiefpreis und Tageskommentar?
 

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