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HEIZÖL: Im Prinzip aufwärts


Aber der von Spekulanten getriebene Ölpreis muss kein neuer Aufwärtstrend werden.


Gestern kletterten die Ölpreise mal wieder kräftig aufwärts. Der Chart zeigt sich bullisch. Ein längerfristiger Aufwärtstrend wäre bei der vorliegenden Konstellation sehr wahrscheinlich. Aber es gibt ein gewichtiges Argument, das es dennoch anders kommt.

Bis einschließlich gestern konnten Händler ihre kurz laufenden Kontrakte abstoßen, mit denen sie aus fallenden Preisen Gewinne erzielen wollten. Aus den Gewinnen wurde nichts. Die OPEC hat diesen sogenannten Shorties mit ihrer Entscheidung einer Lieferkürzung die Suppe versalzen. Nun galt es Schadensbegrenzung zu praktizieren. Die verlustbringenden Kontrakte mussten liquidiert werden. So etwas geschieht durch kaufen der Gegenposition, also eines Kontraktes auf steigende Preise. Und weil viele Kontrakte gekauft werden mussten, stiegen die Preise weiter an. Mit dem heute beginnenden Monat ist der kurzfristige Preisauftrieb beendet. Wenn es noch eine nennenswerte Anzahl Kontrakte geben sollte, die aus gleicher Motivlage liquidiert werden müssten, könnte das nun über den gesamten Monat in kleinen, unauffälligen Portionen geschehen.

Es ist also wieder Zeit für eine fundamental geleitete Bewegung. Der liegt zwar weiterhin die bullische Kürzungsentscheidung der OPEC zu Grunde. Auch macht Nigeria mit neuen Streikdrohungen auf sich aufmerksam. Aber Analysten sehen die OPEC-Maßnahmen längerfristig als nicht ausreichend an, um die sich andeutende Überversorgung der Märkte zu stoppen. Daher meinen sie, dass die Preise nur kurzfristig eine Chance haben, zu steigen. Anfang nächsten Jahres sollten sie auf breiter Front nachgeben.

Heute wird den Preisen wenig Aufwärtspotential zugetraut. In ersten Schätzungen werden Meldungen über steigende Vorräte in den US-Öllagern vorhergesagt. Heute Nachmittag gibt es Klarheit.

Charttechnisch lässt sich das Aufwärtspotential allerdings nicht verleugnen. Aber selbst wenn es zu weiter steigenden Preisen führt, wird es hierzulande keinen großen Schaden anrichten. Denn der Dollar fällt und fällt. Der Währung und der ihr hinterlegten Wirtschaftskraft wird momentan wenig Vertrauen geschenkt.

Heute Morgen zeigt der Gasölpreis kaum Bewegung. Er wurde gestern ebenfalls aufgetrieben. Die Tonne kostet jetzt 237$.

Unsere Heizölpreise befinden sich weiter im Bann des Rheins. Die Wetterleute sagen Regen voraus. Allerdings soll es nicht sehr viel sein, so dass die erhoffte Entspannung wohl ausbleiben wird. Im Norden liegen die Preise weiter deutlich unter dem 36-Monats-Mittel und sind absolut kaufenswert. Im Süden befinden sich die Preise auf einem mittleren Niveau und sind nur bedingt für Käufe gut. Wer einen Wintervorrat benötigt, sollte eine kleine Menge kaufen, die bis ins erste Quartal 2004 reicht.

01.10.03

Tiefpreis und Tageskommentar?
 

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