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HEIZÖL: Im Schutz des Dollars


Wieder wurden die Rohölpreise getoppt. Der Aufwärtstrend beschleunigte sich. Neben charttechnischen Gründen befeuern ihn nun auch eine Reihe fundamentaler Fakten. Derweil kehrt der Dollarkurs zu seinem Abwärtstrend zurück, den er für ein paar Tage unterbrach. Damit werden die Auftriebskräfte des Weltmarktes in Europa weitgehend neutralisiert.

Die Temperaturen in wichtigen Teilen der USA sollen sinken. Im Nordosten werden sie ab dem Wochenende 12 bis 15 Grad unter den Durchschnittswerten erwartet. Und die Kälte soll länger andauern als ursprünglich prognostiziert. Damit geraten die Heizölvorräte in die Diskussion. Sie befinden sich derzeit auf einem guten Niveau. Doch angesichts extrem niedriger Rohölvorräte wächst die Sorge, dass sie bei erhöhter Nachfrage rasant sinken könnten.

Aus Nigeria werden Streikankündigungen gemeldet. Die Proteste richten sich gegen Bestrebungen der Regierung, Steuererhöhungen auf Ölprodukte durchzusetzen. Das Thema ist ein Dauerbrenner im zweit ölreichsten Staat Afrikas.

In der größten Raffinerie Algeriens ereignete sich eine Explosion an einer Flüssiggasanlage. Die Raffinerie musste abgeschaltet werden. Die Hafenanlage in Skikda wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Ein Ölterminal wurde geschlossen. Damit fallen tägliche Exporte in Höhe von 0,34 Mio. Barrel aus.

In die uneingeschränkt bullischen Töne wirft die OPEC wieder einmal ihre Sorge um ein Ölüberangebot ab dem zweiten Quartal des Jahres. Die verhallt vollkommen unbeachtet im Rausch des Preisauftriebs.

Die Preisrallye am Weltmarkt nimmt Kurs auf die Spitzenpreise im Vorfeld des Irakkriegs. Es deutet sich eine Überhitzung der Preise an, der früher oder später eine kräftige Abkühlung folgen muss. Rechnet man die in Dollar notierten Ölpreise auf ihren Wert zum Euro um, stellt sich die Situation allerdings anders dar. Der OPEC-Korbpreis läge dann unter 25$ pro Barrel und Brent kostete derzeit etwa 25$. Das wäre in einer Drei-Jahres-Betrachtung unterdurchschnittlich teuer.

Heute Morgen zeigt sich der Gasölpreis wieder teurer als gestern. Die Tonne kostet 286,50$.

Unsere Heizölpreise verändern sich wenig. Sie zeigen sich auf Grund ihrer gemischten Kalkulation aus Dollar- und Ölkursen als Hort der Stabilität in einem aufgeputschten Weltmarkt. Wir gehen davon aus, dass sich unser Heizöl in den nächsten Tagen verteuern wird. Die Preissteigerungen sollten aber im erträglichen Rahmen eines seit Monaten seitwärts verlaufenden Preisbandes bleiben.

21.01.04

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