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HEIZÖL: Neues Nachkriegshoch


Am Freitag schnellten die Ölpreise auf eine neues Nachkriegshoch. Doch Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende ließen sie fast unverändert zum Vortag schließen. Dem Markt fehlen weiterhin substanzvolle Nachrichten. So handelt er auf Basis der knappen Versorgungslage.

Etwas Erleichterung verbreitete eine Schätzung über die OPEC-Lieferungen im Juli. Sie liegen leicht über der festgesetzten Quote von 25,4 Mio. Barrel pro Tag und knapp unter den Zahlen vom Juni. Wenigstens hat die OPEC die Schraube nicht weiter angezogen, scheint der Tenor zu den Zahlen zu sein. Recht deutlich unter den festgesetzten Quoten lieferten Indonesien und Venezuela. Auch Nigeria bleibt unter den erlaubten Mengen. Die Länder werden als latente Problemfälle auf Grund ihrer politischen Lage angesehen. Indonesien trat spätestens nach dem jüngsten Bombenanschlag in den wenig erlauchten Kreis mit ein.

Die Gruppe der Quotenignoranten führt Algerien mit einer 35%igen Überschreitung an. Auch der Iran liefert mehr als ihm zusteht. Das zeigt, dass die Ölindustrie des Landes bisher noch nicht unter den politischen Querelen leidet.

Die OPEC-Führung signalisiert bisher keine Bereitschaft, die Mengen zu erhöhen. Das erwarteten die Marktteilnehmer, nachdem die Preise wieder deutlich über 28$ pro Barrel gestiegen sind. Der Generalsekretär Alvaro Silva sieht den Markt ordentlich versorgt. Wenn die US-Tanklager dennoch auf den historischen Tiefstständen verharren, liegt das am Umstand, dass die US-Regierung enorme Mengen für das Aufladen ihrer strategischen Lager abzieht. Diese Aktion kostet sie bereits heftige Kritik aus dem eigenen Land.

Die Vorratslage der USA ist derzeit das Hauptargument der Bullen im Markt. Sie ist teilweise noch schlechter als es die zusammenfassenden Zahlen zeigen. So sind die Heizölvorräte in letzter Zeit recht ordentlich gestiegen. Im Nordosten des Landes, wo im Winter der größte Bedarf besteht, sind sie aber weiterhin deutlich unter den Vorjahresbeständen.

Die Stimmung für Preisanstiege ist stabil. Investmentfonds bleiben bei ihren Engagements im Öl. Nach dem Hoch vom Freitag kann es zwar zu weiteren Preisrückgängen kommen. Dies ändert aber nichts daran, dass der Ölmarkt mittelfristig als bullisch eingeschätzt wird.

Der Gasölpreis steigt heute Morgen geringfügig an, nachdem er am Freitag in Folge der Gewinnmitnahmen kräftig zusammenbrach. Vorher hatte auch er ein neues Hoch erreicht. Zur Stunde kostet die Tonne 252$.

Unsere Heizölpreise haben die heftige Bewegung der Weltmärkte vom Freitag nicht mitgemacht. Sie verharren auf ihren jüngsten Höchstständen. Es besteht ein vager Grund zur Hoffnung, dass es zu kleinen Rücksetzern kommen kann. Insgesamt aber hält der Trend zur Teuerung an. Momentan wird der wieder vom Dollar unterstützt. Wir bleiben bei unserer Empfehlung, lieber jetzt zu kaufen, als auf bessere Preise zu warten. Denn die werden sich wahrscheinlich weiter gegen die Hoffenden bewegen.

11.08.03

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