"Unser Problem ist nicht, Öl für maßvollen Wohlstand einzusetzen. Unser Problem ist, Öl für unbegrenzten Überfluss zu vergeuden." Heutiger Kommentar von Klaus Bergmann, Geschäftsführer

News: International & National

HEIZÖL: Neues Tief beim Rohölpreis

Gasölpreis nicht so stark eingebrochen.


++++ Öltelegramm ++++ Öltelegramm ++++ Öltelegramm ++++

Eine Entschleunigung des Abwärtstrends der Ölpreise ist nicht zu erkennen. Im Gegenteil, der Abgang legt in diesen Tagen an Intensität zu. Der Rohölpreis ist auf ein Dreieinhalbjahrestief gefallen. Dieser Umstand wird unter anderem auf das Ausbleiben einer Kürzungsaussage der OPEC zurückgeführt. Die soll am 17. Dezember geliefert werden. Rohöl ist übrigens kein Maßstab für den Heizölpreis. Das auf internationalem Parkett gehandelte Vergleichsprodukt ist Gasöl. Der Gasölpreis hat kein Dreieinhalbjahrestief erreicht. Er steht auf dem Niveau vom Frühjahr 2007. Der Dollar bewegt sich seit Ende Oktober seitwärts. Die lange gültige Kopplung zwischen Ölpreis und US-Währung ist aufgehoben. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Spekulation um Öl deutlich reduziert ist.

preistreibende (bullische) Einflüsse:
OPEC diskutiert weitere Kürzungen
China legt Konjunkturprogramm auf
IEA prognostiziert neue Hochpreisphase ab 2010

preisdrückende (bärische) Einflüsse:
OPEC hat kaum Handlungsspielräume
Frühere OPEC-Kürzung war ungenügend
Sinkende Konjunktur und Rezessionsängste
EIA, IEA und OPEC senken Nachfrageprognosen
Chinas Nachfrage wächst deutlich langsamer
Charttechnik: Abwärtstrend des Ölpreises

Unsere Heizölpreise liegen wieder im Abwärtstrend. Sie haben den Anschluss an den Gasölpreis weitgehend vollzogen. Der Preisnachlauf zum internationalen Markt ist relativ gering. Die verbleibende Differenz wird sich erst auflösen, wenn die Binnennachfrage einbricht. Das ist momentan nicht zu erwarten. Recht attraktive Preise und der Wintereinbruch haben den Markt abermals angefacht, so dass sich die Lieferzeiten in einigen Regionen wieder verlängern. Dort, wo Lieferungen erst im nächsten Jahr möglich sind, ist die Steuererhöhung von 1,5 Cent pro Liter bereits eingepreist. Wer den Heizölpreis verfolgen möchte, ohne ständig das Internet zu konsultieren, sollte unseren Preisalarm ausprobieren.

von Klaus Bergmann
03.12.08 Drucken

 

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Alle Kommentare:

Dorfkramer schrieb am Donnerstag, 4. Dezember 2008 - 19:46 Uhr Naja, das mit dem Abzocken ist so eine Sache. Die Multis müssen ja auch Steuern zahlen, wenn sie solche Riesengewinne machen. Die werden dann der Autoindustrie und sonstigen Lobbygruppen reingeschoben. Wer das nicht will, muss halt mit Holz heizen.

misterdata schrieb am Donnerstag, 4. Dezember 2008 - 05:08 Uhr @Jürgen M.

Ich bin bestimmt der letzte, der die Energie-Multis verteidigen will, aber es kommt halt schon darauf an, was man vergleicht, und wie. Ich weiß nicht, wie die Experten das vergleichen, aber wenn ich mir einfach ein paar Börsennotierungen anschaue komme ich zu folgendem Ergebnis (alleZahlen gerundet):

Heutiger Kurs zu Höchstkurs (alles in US$):

Brent (BRN in London): 45 / 147 = 31 %
WTI (CS.CON Nymex): 48 / 143 = 34 %
Gasoil (GAS 8Z-ICE): 520 / 1340 = 39 %
Heating Oil (HO.CON Nymex): 1,57 / 4,1 = 38 %

Wenn man nun noch den Wechselkurs US$/EUR und die deutschen Steuern berücksichtigt, sieht die Preisüberhöhung nicht mehr besonders groß aus:

US$/EUR: 1,58 am 11.07.2008 (etwa bei den Höchstpreisen), 1,27 heute

HEL 3000 l bei esyoil (Hannover):
Höchstpreis:
96 ct/l
- 6,2 ct/l Ölsteuer
- 15,3 ct/l MWSt
=> 74,5 ct/l steuerbefreit, entspricht 1,177 US$/l

Heutiger Preis:
53 ct/l
- 6,2 ct/l Ölsteuer
- 8,5 ct/l MWSt
=> 38,3 ct/l steuerbefreit, entspricht 0,486 US$/l

0,486 / 1,177 = 41 %

Steuer- und währungsbereinigt ist der deutsche Heizölpreis also immerhin auch auf 41 % vom Höchststand gesunken.

Gerd schrieb am Mittwoch, 3. Dezember 2008 - 12:52 Uhr Es ist doch überall so mit dem Hals nicht vollkriegen. Ob Staat, Autoindustrie, Energiekonzerne. Alle wollen nur noch in Milliarden schwimmen. Fehlt mal eine, ist gleich vom Zusammenbruch die Rede.

Jürgen M. schrieb am Mittwoch, 3. Dezember 2008 - 10:03 Uhr Die Ölwirtschaft kriegt den Hals wohl einfach nicht voll. Da sinken die Einkaufspreise des Rohöls auf ein 3-Jahrestief - doch der Verbraucherpreis für Gasöl bzw. Heizöl bleibt auf unverhältnismäßig hohem Niveau. So ganz nach dem Motto: „Nun seid doch mal schön froh, dass der Preis überhaupt gesunken ist, ihr immer nur nörgelnden, unzufriedenen Verbraucher ihr . . . “ Und in der Tat, kaum einer merkt, mit welch unverminderter Gier riesige Milliardenbeträge auch weiterhin abgesahnt werden. Das normale Prinzip der Preisbildung im Wettbewerb des freien Marktes gilt offenkundig eben nicht für den oligarchischen Markt der Ölindustrie. Ich weiß, Herr Bergmann, Sie hören es nicht gern, aber ein gewisses Maß an Kontrolle - wie auch immer sie aussehen sollte - wäre angebracht. Es ist doch ein Skandal, wenn jemand, der mit der Verteilung eines Grundwirtschaftsgutes betraut ist, sich mit solch unglaublichen Gewinnen völlig ungehindert aus dem Vermögen des volkswirtschaftlichen Einkommens bereichern kann.

Mit freundlichen Gruß
Jürgen M.

 
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