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HEIZÖL: Nigerias Ölproduktion soll stillstehen


Die US-Bestandsdaten fielen prächtig aus. Die Rohölkurse sanken zeitweise unter 69 Dollar. Mit einer Streikankündigung aus Nigeria drehte die Stimmung an der Börse. Bei Handelsschluss war die 70-Dollar-Marke bereits wieder überschritten. Die gestrige Preisbewegung bestätigt den lang andauernden Seitwärtstrend. Der Dollar hielt sich nahe zu unverändert. Auch er folgt seit Monaten einem Seitwärtstrend.

Die US-Konjunktur schwächt sich ab. Die Ölnachfrage wird damit einhergehen. Die Bestände in den USA sind hoch. Weltweit sind sie es auch. Die Produktion übersteigt die Nachfrage. All das drückt auf die Preise. Gestern wurde dieser Druck durch die aktuellen Daten über die US-Vorratslage erhöht. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) überraschten mit ausgesprochen positiven Zahlen.

Rohöl: +2,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,7 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,8 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 4,1 (DOE) bzw. 6,0 (API) Mio. Barrel. Aktuell liegt die höchste Bevorratung der letzten fünf Jahre zum vergleichbaren Stichtag vor. Die Importe kommen über den Vergleichswerten der letzten Woche und des letzten Jahres. Die Raffinerieverfügbarkeit beträgt weiterhin schwach befriedigende 93 Prozent.

Trotz der positiven Lage konnte die Preisbewegung nicht aus dem seitwärts gerichteten Dauerzustand geschlagen werden. Nicht unerwartet wurden bullische Impulse thematisiert, nachdem die Nachricht über einen bevorstehenden Generalstreik in der Ölindustrie Nigerias eintraf. Die Ölarbeiter fühlen sich vor den rebellischen Übergriffen ungenügend geschützt. Ihre Forderung nach mehr Sicherheit wollen sie mit einem dreitägigen Streik ab dem 13. September untermauern. Die Ölproduktion von 2 Mio. Barrel pro Tag soll komplett ausfallen. An der Börse drehten die Preise steil nach oben ab. Weitere preistreibende Aspekte wie der eskalierende Atomstreit mit dem Iran und die Hurrikangefahr in den USA wurden wieder interessant. Ein neuer Sturm namens John erschien auf der Bildfläche. Eine ernsthafte Gefahr soll er aber nicht darstellen.

Charttechnisch ergibt sich durch die gestrige Veränderung das schlüssige Bild eines intakten Seitwärtstrends. Der wird auch fundamental von vielen Analysten bestätigt.

Der Gasölpreis liegt heute Morgen höher als während des gestrigen Tages. Die Tonne kostet 639,25 $.

Unsere Heizölpreise ziehen wieder an. Sie haben zwar noch etwas Abwärtspotential aus der Binnenlage. Die Engpässe wegen zu geringer Produktionsmengen sollten mit Septemberbeginn fortfallen. Überlagert wird die mögliche Preisveränderung aber von anziehenden Weltmarktpreisen. Außerdem ist die Inlandsnachfrage deutlich angestiegen. Das hebt die Handelsmargen. Damit bleibt der seit Monaten anhaltende Trend weitgehend erhalten.

31.08.06

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