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HEIZÖL: Öl im Feuer


Märkte nervös. Preise brennen. Nachrichten mit immer neuem Brennstoff.


Die Preiserholung währte nur kurz. Gestern wurde die dominierende Trendbewegung wieder aufgenommen. Die Nachrichten bieten reichhaltig Stoff für Preissteigerungen. Neben dem Bewährten kam gestern wieder ein tagesaktuelles Thema hinzu. Der Dollar verhält sich relativ neutral.

Die strategischen Reserven der USA werden nicht reduziert. Ein Vorstoß aus dem Kreis republikanischer Politiker, die Reserven zu senken, um dem Markt mehr Öl zur Verfügung zu stellen, wurde vom Energieminister abgelehnt. Die Reserven dienten den vitalen Sicherheitsinteressen der USA und seien unantastbar. Das Gesetz verbiete eine Manipulation der Märkte mit den strategischen Reserven.

Diese Meldung und eine Nachricht über ein Feuer in einer US-Raffinerie wies den Preisen die Richtung. Unter Führung der New Yorker Broker legten sie einen ansehnlichen Kurszuwachs hin.

Die Preise hochzutreiben ist angesichts der geopolitischen Umstände und des Geredes über die Versorgungslage nicht schwierig. Die OPEC-Mitglieder scheinen mehrheitlich weiterhin für die Umsetzung der Kürzungsbeschlüsse zum 1. April zu sein. Der Ölbedarf der Chinesen wird auch zukünftig gewaltig sein. Zumindest wird diese Meinung derzeit gehandelt. Harte Fakten zum Thema fehlen. Die Benzinversorgung der USA wird angesichts eines Rekordbedarfs auf eine ernsthafte Probe gestellt.

Der Mord am geistigen Führer der militanten Palästinenser lässt den Nahen Osten wieder brennen. Den Emotionen können und wollen sich die politischen Führer der arabischen Staaten nicht entgegenstellen. Wieder macht das Thema Ölwaffe die Runde. Damit ist die Verknappung der Ölströme mit dem Ziel, die Industrienationen und insbesondere die USA als Partner Israels zu treffen, gemeint.

Über die Unruhen in Venezuela redet man kaum noch, obwohl sie weiter auf der Tagesordnung stehen. Sie sind lediglich von den jüngeren Themen verdeckt. Den Fonds wird also reichlich Stoff gegeben, um ihre seit Monaten bullische Einstellung hochzuhalten. Angesichts der vielen fundamentalen Faktoren für steigende Preise ist es derzeit überflüssig, die Charttechnik als Grund für weitere Preisanstiege zu bemühen. Sie zeigt lediglich, wie die Ölwelt zur Zeit gesehen wird.

Die Dollarentwicklung ist weniger eindeutig. Das ist durchaus erstaunlich vor dem Hintergrund des Weltgeschehens. Die aktuellen Umstände wären geeignet, den Dollar kräftig unter Druck zu setzen. Der hält sich seit Anfang März aber wacker auf einem zwar tiefen aber immerhin konstanten Niveau.

Der Gasölpreis hatte gestern einen gewaltigen Durchhänger. Leider erwies er sich aber nicht als stabil. Heute Morgen kostet Gasöl fast so viel wie gestern Früh. Für die Tonne muss man 295,75$ bezahlen.

Unsere Heizölpreise gaben am Montag und Dienstag deutlich nach. Inzwischen folgen sie wieder dem Ruf des Weltmarktes. Sie steigen. Das war kaum anders zu erwarten. Derzeit ist keine Trendwende in Sicht. Von den heute Nachmittag erscheinenden Daten über die Vorratslage in den USA, die häufig kräftige Preisbewegungen auslösen, erwartet man keine dämpfende Wirkung. Die Chance, dass die Preise in wenigen Tagen neue 12-Monats-Hochs erreichen werden, ist groß.

24.03.04

Tiefpreis und Tageskommentar?
 

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