"Unser Problem ist nicht, Öl für maßvollen Wohlstand einzusetzen. Unser Problem ist, Öl für unbegrenzten Überfluss zu vergeuden." Heutiger Kommentar von Klaus Bergmann, Geschäftsführer

News: International & National

HEIZÖL: Ölvorräte zu gering

Wieder Verluste in US-Tanklagern. Aber Händler entdecken positive Details.


Den Zahlen nach hätten die Ölkontrakte gestern kräftige Gewinne verbuchen müssen, denn die Daten über die US-Ölvorräte fielen unerwartet schlecht aus. Am Ende des Handelstages standen sie aber unter ihren Startwerten. Händler wühlten Fakten aus den Reports, die eine freundliche Interpretation zulassen.

Die Rohölvorräte sind laut den Berichten der beiden zuständigen Institutionen für dieses Thema um 2,1 Mio. Barrel gegenüber der Vorwoche gefallen. An den Märkten wurde ein Plus von 3 Mio. Barrel erwartet. Angesichts der bullischen Grundstimmung war damit ein Anlass geboten, die Preise explodieren zu lassen. Nach Bekanntgabe der Daten glimmte die Lunte bereits. Aber der Zünder versagte den Dienst, nachdem ein paar pfiffige Händler feststellten, dass der starke Rückgang der Vorräte nur an der Westküste auftrat. Der übrige Teil der USA befindet sich auf Linie mit den Erwarten. Diese Erkenntnis drehte die Stimmung in ein ?Es ist alles nicht so schlimm?.

Die weiteren Bestandsdaten waren nicht mehr wichtig. Sie weisen für Heizöl und Diesel ein kleines Plus von 0,3 Mio. Barrel aus. Benzin verlor etwas höher als erwartet 2,3 (IPE) bis 3,2 (DOE) Mio. Barrel zur Vorwoche.

Auch wenn die Kurse sehr freundlich reagierten, steckt in den Vorratsdaten hohes Gefahrenpotential für steigende Preise. Das Energieministerium der USA gibt an, dass die Rohölvorräte auf dem niedrigsten Stand seit 1976 sind. Damit kann es jederzeit zu Kursrallyes kommen.

In den USA ist am Freitag ein Feiertag. Es wird erwartet, dass sich einige Händler mit Kontrakten über das lange Wochenende eindecken werden. Das würde die Preise bereits heute wieder steigen lassen.

Nachrichten aus Nigeria neutralisierten die bullische Stimmung der Vortage gestern ebenfalls. Man spricht miteinander. Streikvertreter und Regierung bemühen sich um einen Ausgleich. Entgegen anders lautender Meldungen geht es bei den Streiks jetzt nicht mehr um die Entlassung des Präsidenten sondern lediglich um die Rücknahme einer saftigen Erhöhung der Benzinpreise im Land. Bisher wurde der Ölexport nicht in Mitleidenschaft gezogen. In dem Konflikt steckt dennoch hohes Gefahrenpotential für die Ölpreise. Nigeria ist der fünftgrößte Öllieferant der USA. Sollte es zu Störungen im Ölfluss kommen, werden sie mit Sicherheit Preissteigerungen nach sich ziehen.

Heute Morgen gibt der Gasölpreis geringfügig nach. Mit 233,50$ pro Tonne liegt er knapp unter der gestrigen Handelsspanne.

Unsere Heizölpreise bewegen sich nicht. Sie sanken gestern leicht, trotz eines moderaten Anstiegs des Dollars. Ursache ist vermutlich die geringe Inlandsnachfrage. Da wir die weitere Preisentwicklung bullisch sehen, raten wir abermals dazu, auf dem aktuellen Niveau Heizöl für den Bedarf eines Jahres zu kaufen.
von Klaus Bergmann
03.07.03 Drucken

 

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