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HEIZÖL: OPEC als Anwalt der Verbraucher


Die Lage bessert sich für Verbraucher. Die Ölpreise geben kräftig nach. Der Preisrückgang könnte sogar noch weiter gehen. Grund für den Wandel der Marktlage ist die Ankündigung der OPEC, die Liefermengen bereits ab der nächsten Woche um 2 Mio. Barrel täglich zu steigern. Auch Russland bringt zusätzliche Mengen auf den Markt. Der Ölminister kündigte gestern 0,5 Mio. Barrel an. In Summe ist das annähernd die Fehlmenge Venezuelas, die damit zu großen Teilen kompensiert wäre.

Der OPEC fällt der angekündigte Schritt leicht. Schließlich produzierte die Organisation bis in den Dezember hinein rund 1,2 Mio. Barrel über den aktuellen Quoten. Gegen Ende Dezember soll es zu einer Reduktion der Mengen gekommen sein. Diese ist als Versuch zu verstehen, die Quotentreue der Organisation zurück zu gewinnen. Wenn die Mengen nun bereits wieder angehoben werden, war die Reduktion bloße Zahlenkosmetik. An der Produktionsschraube drehte bis zur Stunde niemand. Bei einem permanenten Hang zur Überproduktion werden weitere 0,8 Mio. Barrel von 10 Akteuren locker und gerne aufgebracht.

Auch Russland freut sich über die Möglichkeit, die Liefermengen zu erhöhen, ohne das Risiko eines Überangebots einzugehen. Mit den bevorstehenden Steigerungen wird dem Markt wieder genügend Öl zur Verfügung stehen. Die Preise könnten auf ein Normalmaß fallen. Doch die Angst vor den Folgen einen Irakkrieges ist damit noch nicht beseitigt. Nachdem die Freude über die gestrigen Ankündigungen verarbeitet ist, werden die Preise vermutlich erneut anziehen.

Erst nachdem klar ist, welche Wirkung ein Irakkrieg haben wird oder dieser Krieg abgekündigt wird, kommt es zu einer nachhaltigen Änderung in der Preisentwicklung. Man kann davon ausgehen, dass Venezuela bis dahin wieder voll lieferfähig ist. Dann werden die nun bekannt gegebenen Produktionssteigerungen zu einem Problem für die Lieferstaaten. Denn plötzlich wird es eine Ölschwemme geben und die Preise werden in den Keller rauschen. Verbraucher werden jubilieren und Lieferstaaten hart daran arbeiten, ihre Pumpen zu drosseln.

Zurück in die Gegenwart. Heute Morgen fällt der Gasölpreis wieder deutlich. Mit 259$ pro Tonne liegt er weit unter der gestrigen Handelsspanne.

Auch Heizöl muss billiger werden. Es gibt also eine zweite Chance für einen winterlichen Einkauf zu halbwegs erträglichen Preisen. Wir gehen davon aus, dass die Preise nun unter das Oktobertop fallen werden. Eine echte Chance für Preise auf dem Niveau des Jahresmittels sehen wir allerdings noch lange nicht. Vermutlich wird die Entwicklung vorher wieder nach oben abdrehen.

08.01.03

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