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HEIZÖL: Prächtige US-Ölbestände
Rohölpreis in irrer Talfahrt.
Seit Oktober steigen die Ölvorräte der USA stetig an. Die gestern veröffentlichten Bestandsdaten zeigen, dass sich der Trend z.Z. sogar noch verstärkt. Gleichzeitig werden die Bedarfsprognosen für das laufende Jahr leicht reduziert. Das beschleunigte den Preisverfall beim Rohöl. Gasöl konnte vom Verkaufsrausch nicht profitieren. Der Preis stieg gegen den Trend leicht an. Insgesamt ist die Stimmung ausgelassen bärisch. Die angespannte geopolitische Lage ist z.Z. von der Teilnahme an der Preisentwicklung ausgeschlossen. Der Dollar legte etwas zu. Die erste Rede des neuen Chefs der US-Notenbank, Ben Bernanke, bestätigt den bisherigen Kurs. Impulse für die eine oder andere Trendrichtung lassen sich daraus nicht gewinnen.
DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) übertrafen die Erwartungen zur Entwicklung der US-Ölvorräte mit den gestern vorgelegten Zahlen erneut deutlich.
Rohöl: +4,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +8,1 Mio. Barrel (API) Heizöl und Diesel: +0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,1 Mio. Barrel (API) Benzin: +2,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,2 Mio. Barrel (API)
In Summe ergibt sich ein Aufbau von 8,0 (DOE) bzw. 9,4 (API) Mio. Barrel. Die Importe liegen über den Werten der Vorwoche und des Vorjahrs. Die Raffinerieverfügbarkeit ist genauso schlecht wie vor einer Woche. Weil die Lager immer voller laufen, stören sich die Börsianer nicht an diesem negativem Umstand. Die Bevorratungslage ist in jeder Beziehung ausgezeichnet und für dieses Jahrtausend absolute Spitze.
Dieser Umstand wird seit Anfang Februar in der Preisentwicklung gewürdigt. Rohöl, dessen Verfügbarkeit wegen geringer Förderreserven und der diversen politischen Kriseherde immer wieder angezweifelt wird, verlor innerhalb von 14 Tagen 16 Prozent an Wert. Die OPEC unterstütze den Abwärtstrend selbst, durch eine Senkung der Bedarfsprognose ihrer Öle um knapp 2 Prozent für das laufende Jahr. Der Rohölpreis ist in die Nähe der Wintertiefpreise von Ende November zurückgefallen. Der Abwärtstrend ist sehr scharf. Prinzipiell ist er intakt. Dennoch muss auf Grund des weiten Abstands von einer ausgleichenden Mittellinie der Preisbewegung mit einer Gegenreaktion nach oben gerechnet werden. Noch fehlt ein Auslöser. Der kann jederzeit aus einer der politischen Spannungsfelder oder aus OPEC-Kreisen durch eine Diskussion über die Liefermengen kommen.
Der Gasölpreis gab zeitgleich nur etwa 10 Prozent nach. Da der vorausgegangene Preisanstieg aber geringer war, liegt der Preis nun ebenfalls auf dem Niveau der tiefsten Winterpreise. Die gab es Ende Dezember. Das US-Vergleichsprodukt Heizöl gab von der Spitze im Januar fast 16 Prozent nach. Der Preis markiert aktuell ein Wintertief. Das Niveau gab es zuletzt im Juli 2005. Der deutliche Unterschied zu den europäischen Preisen für Brennstoff ist wetterbedingt. Europa hatte mit sehr tiefen Temperaturen zu kämpfen. Der US-Winter war dagegen der wärmste je gemessene.
Was ist nun von der Preisentwicklung zu erwarten? Die Fachwelt bietet eine breite Spanne an. Sie liegt beim Rohöl zwischen 40 und 150 Dollar. In Extremfällen geht man sogar darüber hinaus. Die Produktenpreise sollten sich an die Vorgaben anlehnen. Eine Kaufberatung lässt sich aus den Zahlen nicht ableiten. Die Preischarts weisen langfristig aufwärts. Die ebenfalls langfristig steigende Nachfrage unterstützt den Trend. Gleichwohl ist nicht auszuschließen, dass es in diesem Jahr eine Entspannung geben könnte. Die Preise könnten im Wissen um den stetig wachsenden Bedarf vorausgeeilt sein. Die Realität müsste die vorgelegten Preise erst einholen, bevor weitere Preissteigerungen ausgelöst werden könnten. Hypothese, so könnte es kommen. Ein paar Daten aus China und Indien, ein Hurrikan oder ein politisches Ereignis können die Preisentwicklung aber auch umgehend wieder nach oben schicken. Fakt ist, dass die Ölversorgung im Gegensatz zu früheren Jahren am Limit läuft. Volatile Preise sind hier der Normalfall.
Heute Morgen lässt sich selbst für die kurzfristige Preisentwicklung kein naheliegender Schluss ziehen. Die Tonne Gasöl kostet 512,25. Gestern Morgen war sie etwas billiger.
Unsere Heizölpreise klaffen immer weiter auseinander. Im Norden geben sie nach. Im Süden ziehen sie an. Die Entwicklung könnte wetterbedingt noch anhalten. Mittelfristig sollten die Preise nachgeben, da die Lage auf den Wasserstraßen besser werden müsste. Die Pegelstände sind seit Monaten sehr niedrig. Einzelne Hochwasser als Folge des Tauwetters werden sich auf die Gesamtlage eher positiv auswirken.
16.02.06
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