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HEIZÖL: Preise abwärts, Trend seitwärts


Die US-Bestandsdaten sanken zum vierten Mal in Folge. Die Börse nahm es gelassen. Die OPEC reduzierte die Nachfrageprognose für das laufende Jahr. Das fand das Interesse der Börsianer. Die Preise sanken. Neue Daten über die US-Konjunktur bestätigen ihre Abkühlung. Der Dollar geriet wieder unter Druck.

Die Bestandsdaten entsprachen ungefähr den im Vorfeld abgegebenen Schätzungen. Insofern waren sie trotz des Rückgangs keine negative Überraschung. Nach dem kaum in Deckung zu bringenden Zahlenwerk der letzten Woche, gaben DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) gestern einigermaßen konsistente Werte ab.

Rohöl: -1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,0 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,3 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,8 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 3,1 (DOE) bzw. 1,5 (API) Mio. Barrel. Die Importe liegen auf dem Niveau der letzten Woche und geringfügig unter den Vorjahreswerten. Die Raffinerieverfügbarkeit stabilisiert sich bei ausreichenden 92 Prozent.

Nach wie vor kann die Bevorratung im Langzeitvergleich als gut bezeichnet werden. Von den sehr guten Werten im Frühjahr hat sie sich allerdings entfernt. Erstaunlich ist die aktuell zu beobachtende Haltung der Börsianer gegenüber Benzin. Während der starken Vorratsdaten im Juni schickten sie die Preise in schwindelerregende Höhen. Mittlerweile ist die Bevorratung unterdurchschnittlich tief. Die Preise gaben dennoch um 17 Prozent zur Spitze von Anfang August nach. Dem Sinneswandel liegt vermutlich die nachlassende US-Konjunktur und die Spekulation auf eine sinkende Benzinnachfrage zu Grunde.

Eben diese Spekulation wurde gestern mit einer geringfügigen Korrektur der OPEC bezüglich der Rohölnachfrage unterstützt. Das Kartell reduzierte die Zahl um 0,08 Mio. Barrel pro Tag. Das entspricht 0,1 Prozent der Weltnachfrage. Allerdings werden 0,04 Mio. Barrel allein den USA zugeschrieben. Das entspricht 0,2 Prozent der US-Nachfrage. Mit Blick auf die Preise kann man konstatieren: Kleine Ursache, große Wirkung.

Aktuell ist die Wirkung der preistreibenden Umstände - geopolitische Lage, Hurrikanängste - verflogen. Statt dessen wird die prinzipiell gute Versorgungslage wieder gewürdigt. Die Einschätzung geht aber nicht soweit, dass daraus ein Abwärtstrend der Preise entsteht. Noch hat der übergeordnete Seitwärtstrend Bestand. Das dürfte sich in den kommenden Wochen kaum ändern. Die bullischen Fakten können jederzeit erneut greifen.

Heute Morgen bleibt der kurzfristige Preisrückgang erhalten. Gasöl kostet 641,75 $. Es ist damit billiger als gestern.

Unsere Heizölpreise geben weiter nach. Die Chance, das das auch in den kommenden Tagen so sein wird, ist gut. Dennoch halten wir die Möglichkeit, aus der seitwärts gerichteten Preisbewegung grundsätzlich auszubrechen und ein tieferes Niveau zu erreichen, für äußerst gering. Mit dieser Möglichkeit rechnen wir frühestens ab dem Spätherbst.

17.08.06

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