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HEIZÖL: Rohöl auf Jahreshoch


Die Interpretation der Fakten findet keine preisdrückenden Ideen.


Business as usual. Die Preise steigen. Zwar ist die Luft nach oben für den Rest dieser Woche sehr dünn, aber der Trend steht so fest, dass der Bruch des gerade erreichten 12-Monats-Hochs beim Rohöl nur eine Frage von kurzer Dauer sein wird. Beim Heizöl ist die Lage weniger eindeutig. Und auch der Dollar lässt keine klare Richtung erkennen.

Die Börsen brauchen sich in diesen Tagen nicht über einen Mangel an Themen zu beklagen. Während in der nachrichtenarmen Zeit die Charttechnik als Argument für steigende Preise herhalten musste, finden die Händler nun einen bunten Strauß von fundamentalen Argument, aus dem sie sich reichlich bedienen können, um die Preise hochzujubeln.

Im Einzelnen sind es Ängste um ein Ausbreiten des Al-Kaida-Terrors, die bestätigten Kürzungsabsichten der OPEC, ein gigantischer Ölbedarf der asiatischen Wachstumsländer, eine kritische Benzinversorgung in den USA, die Unruhen in Venezuela, ein Kälteeinbruch im Nordosten der USA, bullisch eingestellte Fonds mit reichlich Geld und natürlich der Trend selbst. Nichts von all dem kann die Ölversorgung momentan ernsthaft gefährden. Aber an den Märkten wird so gehandelt, als sei Öl bereits jetzt eine knappe Ware.

Das ist es nicht. Das wird es vermutlich einmal werden. Aber bis es soweit ist, rechnen Experten noch mit mindestens einem Angebotsboom, der die Preise auf den Boden zurückholen wird. Hierzu passt die Meldung, dass Russland im Januar 12,4% mehr Öl exportierte als ein Jahr zuvor. In absehbarer Zukunft wird aber leider noch kein Angebotsboom an den Märkten gehandelt.

Der US-Dollar befindet sich in den letzten Tagen auf der Suche nach seiner Richtung. Im Chart ist ein Bild entstanden, das einen weiteren Anstieg nahe legt. Das kann europäischen Ölverbrauchern nicht gefallen.

Der Gasölpreis bleibt auf hohem Niveau. Zwischen US-Heizöl und europäischem Gasöl hat sich eine Kluft aufgetan. Während das Heizöl dem steigenden Rohölpreis trotzt und deutlich unter dem Jahreshoch von Mitte Januar zurückbleibt, befindet sich der Gasölpreis auf Höchstniveau. Die Tonne kostet heute Morgen 290$.

Unsere Heizölpreise liegen an der Grenze zwischen ?kaufen? und ?sein lassen?. Vermutlich werden sie sich dort auch noch einige Zeit aufhalten. Wer einem leeren Tank in den Stutzen schaut, sollte höchsten einen halben Tankinhalt ordern. Auch wenn es derzeit nicht nach einem Preisrückgang aussieht, halten wir die Chance auf tiefere Preise in einigen Monaten für realistisch. Immer noch freundlich ist der Vergleich mit dem Vorjahrespreis. 3000 Liter kosteten im Bundesdurchschnitt 19% mehr.

17.03.04

Tiefpreis und Tageskommentar?
 

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