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HEIZÖL: Rückkehr zur Realität


Die durch gestiegene Rohölvorräte in den USA ausgelöste Preiskorrektur ist beendet. Die Sicht der Broker wird wieder von den Fakten einer knappen Vorsorgungslage dominiert. Der Terroranschlag in Bagdad überschattet die Hoffnung auf mehr Öl aus dem Irak.

Die Ölversorgung ist momentan alles andere als üppig. Die OPEC hat ihre Mitglieder bzw. deren Quotentreue gut im Griff. Es wird nach Plan gefördert und geliefert. Aus dem Irak tröpfelt täglich etwas mehr Öl, das in seiner Menge aber kaum Bedeutung für den Weltmarkt hat. Im Juli waren es 0,6 Mio. Barrel pro Tag. Das ist 20% dessen, was vor dem Krieg floss. Nigeria und Venezuela lassen die Käufer zittern ob der Probleme, die als nächstes kommen werden. Und die US-Benzin-Verarbeitung ist keinen Deut besser als die beiden unsicheren Länder.

Aber nicht nur die Benzinproduktion und die historisch tiefen Rohölvorräte der USA geben andauernden Anlass für steigende Preise. Die Gasvorräte sind ebenfalls knapp und sorgen für Preisauftrieb. Die gestrige Freude über gestiegene Rohölvorräte hat leicht surreale Züge. Die allgemeine Lage ist einfach schlecht. Darüber kann auch ein durch noch schlechtere Benzinflüsse erbrachter Stau im Rohölabfluss nichts ändern.

Inzwischen ist der Energiemarkt zum beliebten Spekulationsterrain für Pensionsfonds geworden. Nicht nur Rohöl auch Gas steht in deren Anlageliste. Und sie sind alle long. D.h., sie setzen alle auf steigende Preise. Gestern blieb der Preis für US-Rohöl zwar noch innerhalb der Handelsspanne des Vortags. Aber es scheint absehbar, dass er in Kürze einen neuen Höchststand markieren wird.

Anders dagegen der Dollar. Der bewegt sich. Aber am Ende einer Sitzung stellt man derzeit meistens fest, dass die Parität zum Euro wenig Änderung zeigte. Seitwärts ist das richtige Wort.

Heute Morgen legt der Gasölpreis wieder zu. Mit 256$ pro Tonne steht er wieder nahe dem jüngsten Höchstkurs.

Unsere Heizölpreise steigen. Sie folgen der Entwicklung am Weltmarkt ungestört von etwaigen Dollarverschiebungen. Wir sehen keine rationalen Gründe für fallende Ölpreise in der nächsten Zeit. Positive Überraschungen wie gestern wird es natürlich immer wieder geben. Aber nachhaltig werden sie nicht sein. Kaufen Sie lieber heute als morgen. Das ist der sicherste Weg, Geld zu sparen.

08.08.03

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