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HEIZÖL: Russland liefert mehr Öl
Druck auf OPEC zur Rücknahme der Lieferkürzungen wächst. Irak exportiert wieder. l: Der Trubel um den Chavez ist vorbei. Venezuela dementiert alle Meldungen um seinen Präsidenten. Damit kehren die Märkte zur Tagesordnung zurück. Und die beschäftigt sich u.a. mit Russland, der OPEC und dem Irak.
Russland wird auf Grund der gestiegenen Preise wie es heißt, seine Liefermengen wieder erhöhen. Damit steht die OPEC unter erheblichem Druck ihrerseits die Lieferbeschränkungen aufzuheben, um keine Marktanteile zu verlieren. Insider sind der Ansicht, dass Russland sich zu keiner Zeit an Exportkürzungen beteiligte. Die bisher an den Tag gelegte Zurückhaltung bei den Lieferungen war technisch bedingt. In den Wintermonaten kommt es naturgemäß zu Rückgängen in der Förderung. Einen ehrlichen Akt der Solidarität mit anderen Förderstaaten gab es nicht.
Der Irak hat die Bedingungen im neuen Öl-für-Lebensmittel-Programm akzeptiert. Damit steht er wieder voll für Exporte zur Verfügung. Es muss sich nun zeigen, ob das Land in der Lage ist, die üblichen Mengen von gut 2 Mio. Barrel pro Tag auch tatsächlich zu liefern. In den letzten Monaten wurden Stimmen laut, die einen schlechten Zustand der Ölindustrie diagnostizierten und ihre volle Lieferfähigkeit in Frage stellten. Als nächster politischer Schritt wird von der UNO die Rückkehr der Waffeninspekteure anvisiert. Saddam Hussein wehrt sich derzeit noch gegen die Maßnahme.
Die Meldungen lassen vermuten, dass sich die Preise weiter abwärts bewegen. Das war gestern aber nur bedingt der Fall. Die Preise endeten dort, wo sie in der Frühe begannen. Zwischenzeitlich nahmen sie sogar eine Aufwärtsbewegung auf, die bis Handelsschluss aber wieder ausgeglichen wurde.
Der Gasölpreis steht heute Morgen leicht höher als gestern. Verbraucher sollten für die weitere Entwicklung ein Ansteigen der Preise einkalkulieren. Diese Aussage scheint im Widerspruch mit den fundamentalen Nachrichten zu stehen. Aber der Chart lässt nicht unbedingt das Gegenteil erkennen. Er durchläuft auch nach dem Einbruch von vorgestern einen Aufwärtstrend.
Unser Heizölpreis ist heute unwesentlich teurer als gestern. Die hiesige Preisentwicklung sieht seit Mitte April eher nach einer Seitwärtsbewegung aus. Der Unterschied in der Bewegung zum Weltmarkt liegt am nachgebenden Dollar. Außerdem ist die Inlandsnachfrage sehr gering. Bis April lag sie 14% unter der des Vorjahres. d: 17.05.02
h: Markt der Gerüchte k: Ölpreise stürzten gestern Abend ab. Venezuelas Präsident angeblich erschossen. Keine Bestätigung.
Die preistreibenden Meldungen über die US-Ölvorräte wurden gestern vom DOE (Deparment of Energy) bestätigt. Darauf reagierte der Markt aber nicht mehr. Die Daten waren bereits im Vorfeld in den Preisen verarbeitet.
Insgesamt tendierte der Markt zu leicht rückläufigen Preisen. Als Grund werden Spekulationen über Liefererhöhungen aus Russland und anderer Produzentenstaaten angegeben.
Nach Schluss des Handels in London rauschten die Preise plötzlich in die Tiefe. Der Heizölkontrakt verlor in New York innerhalb einer viertel Stunde über 4%. Gerüchte machten die Runde, dass Venezuelas Präsident erschossen sei oder das Land verlassen habe. Da sein Wirken auf Lieferbeschränkungen und Quotentreue gerichtet ist, wurde ein Ende der Kürzungspolitik zur Preisstabilisierung orakelt. Es gab zu keiner Zeit eine Bestätigung für diese wilde Spekulation.
Offensichtlich brauchte der Markt diese Entladung für die inzwischen wieder auf Jahreshöchstniveau gestiegenen Preise. Da es keine fundamentale Begründung für diesen Salto gibt, gehen Analysten nicht davon aus, dass damit eine neue Richtung der Preisbewegung geboren wurde. Nach aktueller Meinung passt der Vorgang noch in die gültige Handelsspanne.
Gasöl geht heute Morgen mit 206$ gut 3% unter dem gestrigen Schlusskurs in den Tag.
Unser Heizölpreis kann sich trotz ihm typischer Trägheit einem derartigen Ruck nicht entziehen. Er wird rund 2,5% unter den Preisen vom Vortag liegen. Damit bleibt weiterhin eine eher seitwärts gerichtete Bewegung dominant.
16.05.02
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