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HEIZÖL: Schnell verflogen


Es war absehbar. Der Markt ist extremen Schwankungen ausgesetzt. Die Kriegsangst und die andauernden Streiks in Venezuela sorgen für ein anhaltendes Spannungshoch. In das platzte in den letzten Tagen die Nachricht der OPEC von Liefererhöhungen und die unerwartet gute Lage über die US-Ölbestände hinein. Sie hinterließ einen Krater im Preischart, über den Verbraucher sich freuen konnten. Doch inzwischen kehrt der Markt zu seiner bullischen Grundstimmung (Preisanstieg) zurück. Es ist zu erwarten, dass sich die Preise wieder zu den nur wenige Tage alten Tops hinaufbewegen.

Die OPEC wird am Sonntag auf einer Sondersitzung über die neuen Liefermengen beraten. Sie steht vor einer schwierigen Entscheidung. Momentan braucht der Markt jede Nachricht über mehr Öl, um die Preise halbwegs im Rahmen zu halten. Im Stile des Zauberlehrlings könnten die Geister der erhöhten Mengen aber in wenigen Monaten zu einer Plage für die Lieferstaaten werden. Den Preisen droht dann wegen des Überangebots ein gewaltiger Zusammenbruch. Wie unsicher selbst die OPEC-Mitglieder sind, zeigt eine Äußerung aus Saudi Arabien. ?Man könne mehr Öl auf die Märkte bringen, als sie verkraften können.? Solche Sätze schaffen allenfalls Volatilität. Ruhe und Besonnenheit ist damit nicht zu gewinnen.

Das Thema Krieg wird durch den Aufmarsch der USA immer mehr befruchtet und mit ihm der Preisauftrieb. Doch es gibt einen neuen Hoffnungsträger im Lager der Zögerer und Zauderer. Tony Blair wandelt sich gerade vom Saulus zum Paulus. Sein Volk zwingt ihn zu einer kriegsskeptischen Haltung. Außer von George Bush wird er vermutlich nur stillen Applaus für seinen Sinneswandel bekommen. Noch ist es zu früh, einen heilsamen Einfluss auf die Preisentwicklung zu prognostizieren. Man sollte ihn aber ihm Auge behalten.

Heute Morgen geben die Preise wieder Gas. Gasöl kostet zur Stunde 264,50$ pro Tonne. Das ist weit über der gestrigen Handelsspanne.

Unser Heizölpreis zieht natürlich auch an. Wir sehen ihn in den nächsten Tagen in einer relativ breiten Spanne um ein Mittel im Bundesdurchschnitt von knapp unter 0,375 EUR pro Liter bei 3000 Litern Abnahmemenge. Da er momentan am unteren Ende der Schwingungsbreite ist, erwarten wir zunächst den obligatorischen Anstieg.

10.01.03

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