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HEIZÖL: Sie können es nicht lassen


Nach den US-Vorratszahlen vom Mittwoch wurde Entwarnung vor unerhört steigenden Ölpreisen gegeben. Der enorme Aufbau der Heizölvorräte erlaubte kaum noch Preissteigerungen. Dessen ungeachtet setzte sich die Rallye gestern Abend fort. In der Nacht wurde ein neues Nachkriegshoch markiert.

Kalte Temperaturen, eine störrische OPEC, die die Liefermengen nicht erhöhen will, und Rohölvorräte auf einem 29-Jahres-Tief seien die fundamentalen Gründe für die Wiederaufnahme des Aufwärtstrends, heißt es. In den Wetterberichten für die wichtigen Heizölregionen der USA werden allerdings zunächst wärme Temperaturen angekündigt, bevor gegen Ende der nächsten Woche eine arktische Kaltfront einziehen soll. Die OPEC weigert sich zwar entgegen eigener Doktrin, die Quoten zu erhöhen. Die Liefermengen liegen derzeit dennoch 1,5 Mio. Barrel pro Tag über den Quoten. Die US-Rohölvorräte sind in der Tat besorgniserregend tief. Andererseits sind die Produktlager gut gefüllt. Damit lässt sich durchaus eine normale Kälteperiode durchstehen.

Die Gründe sind also in Summe wenig überzeugend. Dennoch folgen die Preise einem bemerkenswert festen Aufwärtstrend. Wer oder was anderes als die Fonds sollen für diesen Lauf verantwortlich gemacht werden? Sie folgen den charttechnischen Konstellationen. Und die weisen in der Tat den Weg nach oben. Von exorbitanten Kurszielen ist bereits die Rede.

Erfreulicherweise gehen die Ölpreissteigerungen der letzten Wochen mit Dollarverlusten einher. Daher spüren wir Europäer die schwindelerregenden Preisspitzen des Weltmarktes kaum. So ist es auch in der letzten Nacht geschehen. Ein Teil der Zugewinne des Öls ging mit dem Dollarkurs wieder verloren.

Heute Morgen klettert der Gasölpreis recht deutlich aufwärts. Die Tonne kostet inzwischen 291,50$. Die letzte höhere Preisspitze lag bei 355,25$. Das war am 10.03.2003. In Euro notiertes Gasöl hatte die letzte Preisspitze am 10.10.2003. Sie lag ca. 3% über dem aktuellen Wert.

Unsere Heizölpreise werden wieder anziehen. Sie gehen allerdings langsam voran. Noch ist das Preisniveau für dringende Käufe akzeptabel. Zur Deckung eines Jahresbedarfs bietet es allerdings keinen Anreiz. Dafür ist Heizöl nach derzeitiger Erkenntnis über die Preisbildung zu teuer.

09.01.04

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