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HEIZÖL: Unsichere Versorgung


Entgegen aller Erwartungen fielen die Preise gestern leicht ab. Die Erwartungen werden von der Unsicherheit über die Ölversorgung geprägt. Die Preise wurden von spekulativen Aktionen großer Fonds dominiert.

Es gibt Hoffnungen, dass die nächsten Daten über die US-Ölvorräte einen Aufbau beim Rohöl ausweisen. Das ist die gute Meldung. Die schlechte Meldung ist, dass das auf den teilweise strombedingten Ausfall von Raffinerien zurückgeht, die kein Benzin produzieren konnten. Daher staut sich das Rohöl in den Eingangslagern.

In den USA war Benzin in der letzten Woche so teuer wie vor dem Irakkrieg. Nach anfänglichen Gewinnen, sorgte gestern die Nachricht über die Wiederinbetriebnahme einer großen Raffinerie für nachgebende Kurse beim Benzin. Die Rohölnotierungen wurden vom Benzin mitgezogen und verbilligten sich zum Handelsschluss ebenfalls. Die Preisbewegungen sollen wieder auf das Konto großer Fonds gehen, die ihre Positionsverschiebungen damit abgeschlossen haben dürften.

Nach Lage der Dinge an den Futuresmärkten sollten die Preise kurzfristig nicht steigen. Doch die fundamentale Situation ist beunruhigend. Sie bietet genügend Gründe, jederzeit einen Aufwärtsschwung zu initiieren.

Neben der lausigen Benzinversorgung in den USA sorgt der Irak für ständige Unruhe. In den letzten Tagen macht Nigeria mit gewalttätigen Ausschreitungen wieder auf sich aufmerksam. Das Land ist der fünft größte OPEC-Produzent.

In Venezuela, einem der ganz wichtigen Lieferstaaten für die USA, brauen sich neue Probleme zusammen. Präsident Chavez steuert das Land geradewegs in die Pleite. Im ersten Quartal brach die Wirtschaftsleistung um 30% ein. Investitionen gibt es kaum noch. Die Auslandsinvestitionen liegen bei 15% der Vor-Chavez-Ära. Das betrifft besonders die Ölindustrie. Sie arbeit mit völlig veralteten Anlagen, mit denen sie die Ölfelder ausquetscht. Fachleute befürchten nachhaltige Schäden an den Lagerstätten. Vermutlich liegt die Förderung nur noch bei 2 Mio. Barrel pro Tag. Das Land war einmal für über 3 Mio. Barrel gut. Genaue Zahlen gibt es nicht.

Angesichts dieser Umstände hält sich der Ölpreis wacker. Heute Morgen gibt Gasöl etwas nach und fällt unter 240$ pro Tonne. Zur Stunde kostet die Tonne 238,75$.

Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Durch den Dollar, der seinen Aufwärtstrend wieder aufgenommen hat, bekommen sie etwas Auftrieb. Durch den Weltmarkt für Öl bekommen sie etwas Erleichterung. Die nächste größere Bewegung erwarten wir erst morgen nach der Veröffentlichung der neuen Vorratsdaten in den USA. Wir halten die aktuellen Preise angesichts der Gefahren, die die allgemeine Lage bietet, für gut und raten dazu, sich einen Wintervorrat anzulegen.

19.08.03

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