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HEIZÖL: US-Bestandsdaten drücken Preis


Erwartet wurde eine deutliche Abnahme der US-Lagerbestände. Gemeldet wurde ein Anstieg. Da einflussreiche bullische Faktoren ausblieben, konnten die Preise fallen. Der Seitwärtstrend ist weiterhin gültig. Die Preise bewegen sich am unteren Rand des Trendkanals. Ähnlich sieht die Lage für den Dollar aus. Er steht wegen schlechter Daten aus dem US-Immobilienmarkt unter Druck. In Europa wird Schwäche beim ifo-Index erwartet. Patt. Ein Dollarrückgang findet nicht statt.

Zwei beherrschende bullische Themen, die Hurrikangefahr für den Golf von Mexiko und der Atomstreit mit dem Iran, konnten dem Markt gestern keine Impulse geben. Im Gegenteil, z.Z. deutet alles darauf hin, dass der Sturm keine Gefahr darstellen wird. Selbst wenn er gefährliche Stärke aufbaut, wird er die Ölanlagen nicht erreichen. Die Antwort des Irans auf den Vorschlag der UN-Vetostaaten zur Beilegung des Atomstreits ist offensichtlich so kompliziert, dass sie einer längeren Analyse bedarf. Die bekannte Botschaft lautet: Lasst und darüber sprechen, dass die Urananreicherung nicht eingestellt wird.

Die Nachrichtenlage begünstigte die Veröffentlichung der US-Vorratsdaten. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) konnten unisono positiv überraschen. Nach vier Wochen kontinuierlicher Abnahme meldeten sie einen Bestandsaufbau. Sie gaben folgende Zahlen zu Protokoll:

Rohöl: -0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,9 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +2,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,1 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 2,1 (DOE) bzw. 1,5 (API) Mio. Barrel. Die Importe liegen unter den Vergleichswerten der letzten Woche und des letzten Jahres. Die Raffinerieverfügbarkeit beträgt schwach befriedigende 93 Prozent. Insbesondere das positive Ergebnis bei Benzin setzte die Preise unter Druck. Papiere auf Benzin verloren wieder erheblich. Seit Anfang des Monats beträgt ihr Rückgang nun 20 Prozent.

Die Vorräte sind gut. Sie waren vor wenigen Monaten allerdings deutlich besser. Dass sie heute dennoch eine positive Wirkung auf die Preisentwicklung haben, liegt an der Abkühlung der US-Konjunktur. Es wird kein nennenswerter Nachfrageanstieg erwartet. Daher wird die Bevorratung positiv eingeschätzt.

Die Charttechnik eröffnet mit der gestrigen Preisbewegung eine vage Hoffnung auf weiteren Preisrückgang. Der würde auf ein Ende der Seitwärtsbewegung und den Beginn eines Abwärtstrends hinauslaufen. Fundamental steht dem mindestens die noch nicht beendete Hurrikansaison gegenüber. Die Sorge vor zerstörerischen Stürmen wird den erhofften Trend wahrscheinlich verhindern.

Heute Morgen ziehen die Preise leicht an. Eine Abkehr vom Seitwärtstrend ist nicht in Sicht. Gasöl kostet 641 $ pro Tonne.

Unsere Heizölpreise geben leicht nach. Insgesamt behalten sie ihren Seitwärtstrend bei. Wir erwarten keine nennenswerten Veränderungen in den kommenden Tagen. Wer Heizöl benötigt, kann mit den kurzfristigen Preisbewegung spielen. Viel Einsparpotenzial bieten sie allerdings nicht. Langfristig, d.h. mit Blick auf einige Monate, könnte Heizöl billiger werden.

24.08.06

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