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HEIZÖL: US-Regierung flickt die Blase


Die platzende Spekulationsblase ist bis auf weiteres geflickt. Aktien- und Ölbörsen reagieren mit kräftig anziehenden Notierungen. Eine drastische Zinssenkung der US-Notenbank (FED) am Dienstag reichte noch nicht, um das Loch zu stopfen. Die 150 Mrd. Dollar schwere Unterstützung der US-Regierung, der der Kongress zustimmen wird, brachte die fliehenden Geldmassen nun aber doch zum Stillstand. Und nicht nur das, sie lockte sogar neues Geld in die Märkte. Die Kurse drehten derart stark, dass der Abwärtstrend der Ölpreise als gefährdet angesehen werden muss. Das über Monate gültige Zusammenspiel zwischen Ölpreis und Dollar wird fortgeschrieben. Die Währung verliert wieder an Wert. Die Vorgänge stellen die gestrige Veröffentlichung der US-Bestandsdaten ins Abseits.

Die in der letzten Woche begonnene Erholung der US-Bestände geht weiter. Das geht aus den aktuellen Zahlen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) hervor.

Rohöl: +2,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,4 Mio. Barrel (API)
Benzin: +5,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,5 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 6,0 (DOE) bzw. 3,6 (API) Mio. Barrel. Die Rohölimporte sind deutlich gestiegen. Sie sind höher als in der Vorwoche und im Vorjahr. Und auch die Heizölimporte befinden sich auf hohem Niveau. Dagegen senkt DOE die Raffinerieverfügbarkeit noch weiter ab. Sie beträgt nur noch 86,5 Prozent.

Am Gesamtbild der Bevorratung hat sich wenig geändert. Die Tanks sind rund acht Prozent geringer gefüllt als vor einem Jahr. Die Vorräte liegen auf einem vergleichbaren Niveau wie vor drei und vor fünf Jahren. Das entspricht auch dem Mittel über 20 Jahre.

Die Vorräte und weitere Einflüsse, wie das kalte Wetter, die Probleme in Nigeria, der Atomstreit mit dem Iran und sogar die in OPEC-Kreisen losgetretene Diskussion über Lieferkürzungen wurden gestern nicht diskutiert. Das Bedürfnis, herummarodierendes Geld wieder einer gewinnträchtigen Bestimmung zuzuführen, wurde in Gänze vom Vertrauenspaket der FED und der US-Regierung versichert. Das reichte aus, um Geld in den tendenziell bullischen Ölmarkt zu ziehen und seinen Wert postwendend zu steigern. Die bullische Grundeinstellung bezieht dieser Markt vor allen Dingen aus den Ansprüchen Chinas und Indiens nach mehr Energie und der Sorge, diese und unsere eigenen Ansprüche mit den noch existierenden Ressourcen der Erde decken zu können.

Heute Morgen setzt sich die bullische Tendenz fort. Rohöl ist wieder über die Marke von 90 Dollar pro Barrel geklettert. Die Tonne Gasöl kostet 790,50 Dollar. Ob die Beruhigungspillen der FED und der US-Regierung die auf Pump aufgebaute US-Konjunktur stabilisieren können, ist fragwürdig. Insofern ist der aktuelle Preisanstieg noch kein Beweis für die Rückkehr zum Aufwärtstrend. Dieser könnte durchaus noch einige Wochen oder Monate auf sich warten lassen. Dass er früher oder später wieder kommt, hat eine an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit.

Unsere Heizölpreise ziehen an. Gegen den starken Ölpreisanstieg am Weltmarkt ist der für seine Verhältnisse ebenfalls starke Dollarrückgang gering. Das Einflussverhältnis beträgt ungefähr zwei zu eins. Die weiteren kurzfristigen Aussichten für einen Rückgang der Heizölpreise haben sich eingetrübt. Bullische Spekulanten haben das Kommando übernommen. Weil die US-Konjunktur alles andere als gesund ist, sehen wir mittelfristig aber noch Chancen für mehr Preisrückgang als bisher erreicht wurde.


25.01.08

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