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HEIZÖL: US-Vorräte wohlwollend bewertet


Die gestern veröffentlichten US-Bestandsdaten sind durchwachsen. Sie wurden dennoch positiv aufgenommen. Die Notierungen sanken. Ursächlich sind weniger die Bestandsdaten selbst als die aus charttechnischer Sicht erwartete Gegenreaktion auf den starken Anstieg der letzten Tage. Dem Markt droht eine Überhitzung. Hilfreich war gestern auch die eingetretene Verbesserung der US-Raffineriesituation. Der Dollar hielt das Niveau des zuvor erreichten Rekordtiefs gegenüber dem Euro. Aus den Reihen der europäischen Politprominenz kommt bereits der Ruf nach einem Eingriff den EZB (Europäische Zentralbank), um die Gemeinschaftswährung nicht zu einer Exportbremse werden zu lassen. Die EZB wehrt sich strikt gegen solche Einflussnahme.

Die von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) präsentierten Daten zur Vorratsentwicklung in den USA gehen einmal mehr weit auseinander. Im Gegensatz zu früheren Ungereimtheiten zogen die Marktteilnehmer dieses Mal die bärische Variante zur Preisgestaltung vor. Folgende Werte wurden genannt:

Rohöl: -1,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -6,8 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 0,6 (DOE) bzw. ein Abbau von 2,4 (API) Mio. Barrel. Die unterschiedlichen Angaben nähren nicht nur Zweifel an der Aussagekraft der wöchentlichen Daten. Sie führen auch zu einer Divergenz der absoluten Bestandsangaben. Nach Einschätzung des DOE sind die Rohöllager über fünf Prozent voller als vor einem Jahr. Das API weist ein Plus von lediglich 1,5 Prozent aus.

Die US-Importe sind gegenüber der Vorwoche und dem Vorjahr gesunken. Die Raffinerieverfügbarkeit hält sich bei 90 Prozent. Der Wert ist schwach. Dennoch wird er nach der schlechteren Verfügbarkeit in der jüngeren Vergangenheit und in Zusammenhang mit der für nächste Woche angekündigten Wiederinbetriebnahme einer der größten Raffinerien positiv gesehen.

Fachkundige Institutionen wie die EIA (Energie Information Administration) und die IEA (Internationale Energieagentur) rufen die OPEC zu einer Ausstoßerhöhung auf, um den Aufwärtstrend der Preise zu bremsen. Die OPEC kontert diesen Ruf mit dem Hinweis auf die prall gefüllten US-Rohöllager. Sie haben ein Zehnjahreshoch erreicht. Das sichtbare Problem besteht nach wie vor nicht auf der Rohöl- sondern auf der Produktenseite. Insbesondere die Benzinvorräte sind unterdurchschnittlich. Ursächlich ist die schlechte Verfügbarkeit der amerikanischen Raffinerien. Das nicht sichtbare Problem ist ein erwarteter Nachfrageanstieg und die Sorge, dass Lieferungen aus Nigeria und dem Iran als Folge der politischen Probleme ausbleiben könnten.

Heute Morgen sinkt der Gasölpreis leicht. Die Tonne kostet 646,50 $. Das lässt ahnen, dass die erwartete Gegenreaktion Gestalt annimmt.

Unsere Heizölpreise ziehen gegen die Vorgaben des Weltmarkts an. Ursächlich ist die Rückkehr der Margen im Binnenmarkt. Zwar ist die Nachfrage im Hausbrandgeschäft weiterhin sehr gering. Die Raffineriegesellschaften haben aber offensichtlich Abnehmer gefunden. Sie heben die Preise an. Der Heizölpreis liegt in den meisten Regionen aber immer noch deutlich unter dem kalkulatorischen Preis. Vom Margenaufbau profitieren zunächst nur die Vorlieferanten. Das sind Raffineure und Importeure. Der Heizölhandel geht noch leer aus.


12.07.07

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