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HEIZÖL: Venezuela im Generalstreik


Die Hauptthemen der Ölmärkte beweisen in den letzten Tagen Teamgeist. In auffälliger Regelmäßigkeit wechseln sie die Spitzenposition. Nun ist Venezuela ganz oben auf der Agenda. Die OPEC, der Irakkonflikt und der Winter sind auf die Plätze verdrängt. Doch Georg Bush scharrt schon wieder mit den Hufen. Es ist absehbar, dass er sein Kriegsthema wieder nach vorne bringen wird.

In Caracas gingen am Wochenende weit über 100.000 Menschen auf die Straße, um Hugo Chavez wegzuprotestieren. Das Volk ist mit der autokratischen Politik des einstigen Populisten nicht mehr einverstanden. Der sieht sich aber durch eine Gegendemonstration von über 1.000 Anhängern legitimiert, im Amt zu bleiben. Tragischerweise sind durch den Generalstreik bereits rund 90% der Ölindustrie nicht mehr verfügbar. Das ist tragisch für Venezuela, da dem gebeutelten Land weitere Einnahmen entgehen. Das ist tragisch für die USA, deren Hauptöllieferant damit ausfällt. Und das ist tragisch für den Rest der Welt, denn die USA werden mal wieder andernorts auf Einkaufstour gehen. Das treibt die Preise hoch.

Im Nachgang zur OPEC-Tagung vom letzten Donnerstag gibt es einige Analystenkommentare. Die bezweifeln, dass die OPEC die Quotentreue ihrer Mitgliedsstaaten erreichen wird. Mexiko, ein Nicht-OPEC-Staat, will die Produktion im kommenden Jahr erhöhen. Beide Aspekte wären für rückläufige Preise gut. Aber sie werden momentan absorbiert.

Höhere Produktionen werden im kommenden Jahr für mehrere Nicht-OPEC-Staaten erwartet. Daher sehen sich die Strategen im OPEC-Lager unter Druck, sowohl die Quotentreue und eventuell sogar weitere Kürzungen durchzusetzen. Sollte das nicht gelingen, kann es nach dem Winter und der Beendigung der Pokerpartie um den Irak zu einem kräftigen Preisverfall kommen. Bis dahin wird der Preis aber aller Voraussicht nach noch eine flotte Steigerung hinlegen.

Der laufende Aufwärtstrend geht sowohl fundamental als auch charttechnisch in Ordnung. Kurzfristig ist allenfalls mit einer kleinen Abwärtskorrektur zu rechnen.

Der Gasölpreis zieht heute Morgen etwas an. Er bleibt mit 243,25$ pro Tonne aber innerhalb der Handelsspanne vom Freitag.

Unser Heizölpreis bleibt zunächst unverändert. Wir gehen davon aus, dass er nach Weihnachten deutlich höher stehen wird als heute. Neue 12-Monatshochs halten wir für sehr wahrscheinlich. Wer vor Weihnachten noch Heizöl braucht, wird Probleme bekommen oder einen höheren Preis bezahlen müssen. Wir haben mehrmals auf die angespannte Liefersituation um die Weihnachtzeit hingewiesen. Nun ist sie da.

16.12.02

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