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HEIZÖL: Warten auf Impulse


Dass Rohöl am Ende des gestrigen Handelstages einen Gewinn zum Vortag verbuchen konnte, fällt unter das Motto ?mehr Schein als Sein?. Das Handelsinteresse war gering und das Tagesergebnis erscheint fast zufällig. Die Bewegungsdynamik ist weitgehend erloschen. Man wartet auf Impulse. In Ermangelung anderer Ideen wollen Broker die aus den US-Vorratsdaten ablesen. Die kommen in dieser Woche mit einem Tag Verspätung heraus, also morgen, weil die USA gestern den Veterans Day feierten.

Sie ehren mit dem Festtag ihre Kriegshelden. Der Tag wird seit dem Ende des ersten Weltkriegs gefeiert und soll der Hoffnung Ausdruck geben, dass nie wieder ein Krieg ausbricht. (Hier wäre ein Kommentar angebracht. Aber der wiche vom Ölthema ab).

Etwas Auftrieb finden die Preise weiterhin durch defekte US-Raffinerien, die ein kleines Loch in die Benzinversorgung reißen. Die relativ hohen Temperaturen sollen in den nächsten Tagen auf ein für die Jahreszeit normales Maß fallen. Ob das angesichts gut gefüllter Heizöllager weiteren Auftrieb schafft, muss sich noch zeigen. Schließlich gibt es verschiedene Terrorwarnungen, die ebenfalls leicht bullisch beurteilt werden. Natürlich dürfen auch die Fonds in keiner Argumentliste mehr fehlen. Es wird von Glattstellungen einiger Leerverkaufspositionen berichtet.

Auf der bärischen Seite sind weiterhin die gut gefüllten Vorratslager und die noch milden Temperaturen zu nennen.

Die Regungen der OPEC und der Nicht-OPEC-Länder wurden gestern nicht thematisiert. Insgesamt ist die Liste von Handelsargumenten ein eher kraftloses Sammelsurium von Möglichkeiten.

Der Dollar unterbricht seine Aufwärtsbewegung und überneutralisiert die Ölpreisänderungen geringfügig.

Der Gasölpreis ist ein Hort der Stabilität geworden. Heute Morgen hält er sich immer noch an der 260$-Marke auf. Die Tonne kostet wieder 261$.

Unsere Heizölpreise gaben gestern etwas nach. Dem Dollar und einer schwachen Nachfrage sei Dank. Aus der Veränderung lässt sich aber keine nachhaltige Richtung herauslesen. Die übergeordnete Bewegung interpretieren wir als seitwärts. Für größere Einkäufe sind die Preise weiterhin unattraktiv. Für notwendige Käufe wegen leergefahrener Tanks sind sie noch akzeptabel. Da wir den kurzfristigen großen Preiseinbruch nicht sehen, raten wir Verbrauchern mit leeren Tanks umgehend zum Kauf. Sparen Sie sich den Mehrpreis für eine Notbelieferung. Der ist höher als das kaum vorhandene kurzfristige Einsparpotential aus der mittelfristigen Preisbewegung.

12.11.03

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