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HEIZÖL: Weiter wie gehabt


Öl wird teurer. Getrieben von einer charttechnisch bullischen Konstellation streben die Kurse erneut ihren Nachkriegs-Höchstpreisen entgegen. Dabei fehlt weiterhin eine klare fundamentale Begründung für das Preisniveau. Der Dollarkurs folgt einem neuen Abwärtstrend und kompensiert den Ölpreisanstieg für uns Europäer.

Die US-Bestandsdaten brachten keine nachhaltigen Impulse in die Märkte. Sie fielen widersprüchlich und wenig spektakulär aus. API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) legten Zahlen vor, die für Rohöl mit ?1,8 Mio. und ?0,8 Mio. Barrel Veränderung zur Vorwoche ähnlich lauten, für Heizöl mit +1,5 Mio. und ?1,5 Mio. Barrel Veränderung komplett das Gegenteil behaupten und für Benzin mit +1,8 Mio. und +1,0 Mio. Barrel Veränderung wieder eine gemeinsame Tendenz erkennen lassen. Insgesamt überwiegt der Widerspruch. API diagnostiziert einen summarischen Gewinn von 1,5 Mio. Barrel zur Vorwoche, DOE hingegen gibt einen summarischen Verlust von 1,3 Mio. Barrel zu Protokoll.

In der rückwärtigen Betrachtung über ein Jahr sind die Vorräte als ausreichend zu bezeichnen. Auf Sicht von 3 Jahren könnten sie in Summe um 5-10% höher liegen. Der geringere Vorrat kann aber, wie mehrfach ausgeführt, aus Gründen der Kostensenkung in der Produktion durchaus gewollt und vollkommen unkritisch sein. Vor einem Jahr und vor 3 Jahren wiesen die Lager eine ähnliche Bevorratung auf. Damals waren die Preise zeitweise deutlich tiefer als heute. Sie befanden sich allerdings in heftiger Bewegung mit extremen Ausschlägen. Vor einem Jahr dominierte mit der Möglichkeit des Irakkrieges eine politisch motivierte Preisbildung.

Die Importe in die USA liegen sowohl für Rohöl als auch für Heizöl deutlich über den Werten des Vorjahres. Dem steht ein leicht höherer Verbrauch gegenüber.

Japan legte ebenfalls Vorratsdaten vor. Sie weisen eine solide Basis auf. Dort wie anderswo sind die Temperaturen moderat bis hoch, so dass die Winternachfrage eher schwach ausfällt. Das sollte die Preise eigentlich in die andere Richtung treiben.

Einmal mehr lässt die Preisbildung erahnen, dass z.Z. nicht das reale Angebots-Nachfrage-Verhältnis den Kursmotor darstellt. Vielmehr sind spekulative Kräfte im Spiel, die auf Grund ihrer finanziellen Ausstattung für eine Blasenbildung, vergleichbar mit der an den Aktienmärkten, sorgen können.

Der Dollarkurs verhält sich wie so oft in den letzten sechs Monaten konträr zum Ölpreis. Das Vertrauen in die US-Wirtschaft und in das politische System Bush gilt nicht als gefestigt. Das gibt der Währung wieder einen Abwärtstrend.

Der Gasölpreis löst sich nach mehreren Tagen Stillstand von der 260$-Marke. Heute Morgen kostet die Tonne 266$.

Unsere Heizölpreise sind erwartungsgemäß stabil. Sie befinden sich im Kraftfeld steigender Ölpreise und fallender Dollarkurse. Die kurzfristigen Aussichten geben wenig Hoffung für Veränderung. Für größere Einkäufe sind die Preise nach wie vor unattraktiv. Für notwendige Käufe wegen leergefahrener Tanks sind sie akzeptabel. Wir raten Verbrauchern mit leeren Tanks umgehend zum Kauf, um nicht in die Phase längerer Lieferzeiten rund um Weihnachten zu geraten. Sparen Sie sich den Mehrpreis für eine Notbelieferung. Der ist höher als das kaum vorhandene kurzfristige Einsparpotential aus der mittelfristigen Preisbewegung.

14.11.03

Tiefpreis und Tageskommentar?
 

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