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HEIZÖL: Widersprüchlich


Nachdem das Kriegsthema als Preisbilder seine Schuldigkeit getan hat, beherrscht ein Informationsdefizit über den tatsächlichen Stand der Versorgungslage die Szene. So lassen sich die Preise zeitweise von rein charttechnischen Motiven treiben. Dabei kam im späten Handel am Freitag eine kräftige Teuerung heraus. Sie dürfte aber nicht signifikant für den weiteren Verlauf der Preise sein. Es sieht vielmehr so aus, als suchten sie in einer Seitwärtsbewegung ihre neue Linie.

Es gibt einige preisdrückende Meldungen, die ihren Einfluss entfalten sollten. So wird von US-Ölexperten berichtet, dass sie davon ausgehen, die irakische Ölproduktion bald wieder auf volle Leistung bringen zu können. Die Brände der Ölquellen stellen kein Problem mehr dar. Wie griffig solche Aussagen sind, zeigt allerdings das Beispiel Venezuela. Von offizieller Stelle wird gemeldet, dass die Ölproduktion aktuell deutlich über 3 Mio. Barrel täglich beträgt. Die IEA geht in ihrem jüngsten Bericht von einer Förderung um die 2 Mio. Barrel aus. Die OPEC-Quote erlaubt dem Land übrigens lediglich 2,8 Mio. Barrel pro Tag.

Aus OPEC-Kreisen kommt die Kunde, dass sich einige Mitgliedsstaaten den Kürzungsabsichten der Kartellführung widersetzen wollen. Die Notwendigkeit einer reduzierten Förderung leitet die OPEC aus einer diagnostizierten Überproduktion von 2 Mio. Barrel pro Tag durch die Mitgliedsstaaten ab. Dabei geht der wesentliche Anteil auf das Konto Saudi Arabiens. Aus dem oben gesagten ergibt sich aber, wie unsicher jedwede Aussage zum Thema momentan ist.

Ein deutliches Zeichen für interne Probleme der OPEC hinterlässt die Terminierung einer eilends einberufenen Notsitzung, die über die Rückkehr und strikte Umsetzung der Quotierung entscheiden soll. Diese Sitzung war für den 24. April vorgesehen. Sie ist nun unbestimmt bis spätestens zum 7. Mai verschoben.

Bei allen Schätzungen über die aktuelle Überproduktion bleibt das widersprüchliche Faktum einer zu geringen Vorratsmenge in den USA in Diskussion. So lange auf dieser Seite keine Bewegung ins Spiel kommt, werden sich die Preise schwer tun, die vermeintlich preisdrückenden Ansätze in nachhaltige Senkungen zu verarbeiten.

Heute Morgen steigt der Gasölpreis leicht. Mit 226$ pro Tonne liegt er aber innerhalb der Handelspanne vom Freitag. Der Eindruck einer unentschlossenen Seitwärtsbewegung wird bestätigt.

Unsere Heizölpreise bewegen sich nicht. Auch das passt vollkommen ins Bild. Wir erwarten momentan nur geringe Ausschläge. Die Suche nach der neuen Linie zieht sich bis in den heimischen Markt. Da die Preise aber insgesamt sehr gut sind, sollten sich Verbraucher nicht daran stören. Ihnen bleibt die Möglichkeit zum günstigen Einkauf erhalten. Ein Warten auf bessere Zeiten muss nicht von Vorteil sein.

14.04.03

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