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HEIZÖL: Wie ist die Lage?


Mit dem kräftigen Kursrückgang der letzten Woche bekam der Aufwärtstrend der Ölpreise einen Dämpfer. Doch als beendet kann er nicht erklärt werden. Gestern stiegen die Preise wieder an. Ihre Bewegung spiegelt auch das Wechselbad des Verständnisses zur aktuellen Situation der Ölwelt wider.

Der IEA-Report gab den Kursen am Freitag mit der Aussage, dass die Ölvorräte auf einem höheren Niveau stehen als ursprünglich angenommen, einen Tritt in Richtung Süden. Gestern sagte ein führender Vertreter der IEA, dass es noch reichlich Platz für mehr Öl im Markt gäbe. Die Versorgung ist weniger schlecht als vor einigen Monaten, aber die Vorräte sind immer noch unter einem 5-Jahres-Durchschnitt.

Über die Entwicklung der irakischen Ölindustrie will die IEA keine Vorhersagen mehr abgeben. Sie wären zu spekulativ. Der Irak bleibt als Indikator für Preisvorhersagen eine wichtige Größe. In der letzten Woche verkaufte das Land über sein staatliches Büro Somo 9,5 Mio. Barrel Rohöl. Der größte Teil dieser Menge stammt aus der Vorkriegszeit. Mit der Aktion wurde die Rückkehr des Landes als Öllieferant manifestiert. Die IEA vermag sich aber derzeit kein klares Bild darüber zu verschaffen, wann eine verlässliche Menge frischen Rohöls aus dem Irak fließen wird. Es gibt vermehrt Meldungen über Sabotage an den Öleinrichtungen. Die lassen die Zielsetzungen der USA in einem zweifelhaften Licht erscheinen.

William Ramsay von der IEA meint, dass der Markt mit und ohne den Irak in der Lage ist, ein Gleichgewicht zu finden. Für die angestrebte Menge von 3,5 Mio. Barrel pro Tag sei auf alle Fälle Platz vorhanden. Sollte der Irak in die OPEC zurückkehren wird das ungefähr die Menge sein, die ihm per Quote zugewiesen wird.

Die zukünftige Politik der OPEC ist derzeit Gegenstand von Diskussionen mit der IEA. Sollte das Kartell die Politik, die Ölpreise in einem Band zwischen 22$ und 28$ zu halten, fortführen, läuft es Gefahr, deutliche Marktanteile zu verlieren. Denn hierfür werden in Zukunft Mengenreduktionen nötig sein. Der erforderliche Aufbau von Produktionskapazitäten würde in diesem Fall aber zu langsam vonstatten gehen, um den Bedarf bis 2030 ausreichend zu decken. Die IEA rechnet dann mit einer Nachfrage von 120 Mio. Barrel pro Tag von denen die OPEC 65 Mio. Barrel tragen müsste. Derzeit braucht die Welt eine Gesamtmenge von 76 Mio. Barrel pro Tag.

Heute Morgen ist die Ölwelt sehr ruhig. Die Preisbewegung beim Gasöl ist zum Stillstand gekommen. Für die Tonne werden zur Stunde 228,50$ gezahlt. Das ist genauso viel wie gestern Abend.

Unsere Heizölpreise bewegen sich ebenfalls kaum. Sie sind mittlerweile wieder auf das Mai-Niveau zurückgefallen und das markierte ein12-Monats-Tief. Es besteht wieder Hoffnung, dass Heizöl kurzfristig noch etwas billiger werden könnte. Mittelfristig rechnen wir aber mit anziehenden Preisen. Daher bleibt unsere uneingeschränkte Kaufempfehlung erhalten.

17.06.03

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