esyoil – einfach schlauer heizen
Ölgesellschaften beim Klimaschutz so uneinig wie Politiker
Immerhin in einem Punkt sind sich die großen Ölgesellschaften beim Klimaschutz einig. Alle erhoffen von den Regierungen beim Klimaschutz ein klares, konsistentes und weltweit geltendes Regelwerk für Energie. Aber darüber, was dieses Regelwerk enthalten soll, sind sich die Unternehmen genau so uneinig wie die Politiker. Die einen sind für die Begrenzung des Treibhausgasausstoßes und den Handel mit CO2-Zertifikaten. Die anderen treten für eine CO2-Steuer ein und dritte für eine Kombination von beidem. BP, Royal Dutch, Shell und ConocoPhillips als Mitglieder der US-Climate Partnership haben sich für Begrenzung undCO2-Handel ausgesprochen. ExxonMobil und Chevron bevorzugen eine Steuer auf das Treibhausgas. Beide Maßnahmen, Handel und Steuer, bieten Anreize zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen, da sie für CO2 einen Preis setzen. ExxonMobil und Chevron befürworten die Steuer, weil damit CO2 einen festen Preis erhält und sich so die Wirtschaftlichkeit für Klimaschutzvorhaben leichter bewerten lässt. Das gäbe ihrer Ansicht nach der Energiewirtschaft größere Sicherheit bei Investitionsentscheidungen. Nach Ansicht von BP und Shell gibt ein Handelssystem mehr Sicherheit darüber, welche Fortschritte beim Klimaschutz erreicht werden. Auch werde der CO2-Preis nicht obrigkeitlich festgesetzt, sondern im Markt gebildet. Das führe jedoch, so die Befürworter der Steuer, zu großen Schwankungen und damit zu zusätzlicher Unsicherheit, die hohe Kostenbelastungen für Wirtschaft und Umwelt mit sich brächte. ConocoPhillips-Chef James Mulva regt ein zweigleisiges Vorgehen an - ein Handelssystem für stationäre Feuerungsanlagen wie in Kraftwerken und Raffinerien und ein Steuersystem für den Verkehr. Nach Auffassung des Eni-Chefs Paolo Scaroni lässt sich eine Steuer leichter und schneller einführen. Unklar ist noch, welchen Weg Total befürwortet.
- Energie Informationsdienst vom 23.11.2009 48/09 S. 22
- 23. November 2009