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"Fossile Energien: Reichlich, aber endlich"

Die Reserven an Öl, Gas, Kohle und Uran reichen aus heutiger Sicht noch für mindestens 90 Jahre. Ein Problem könnte jedoch die regionale Verteilung sein.

eid Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat ihre Kenntnisse über den Stand der Ressourcen und Reserven an den nichterneuerbaren Energieträgern Erdöl, Erdgas, Kohle, Uran und Thorium auf den neuesten Stand gebracht. Danach betrugen die Ressourcen an diesen Energierohstoffen Ende 2006 etwa 11.650 Milliarden Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE). Die Reserven, d.h. die derzeit technisch und wirtschaftlich gewinnbaren Mengen, beliefen sich zum gleichen Zeitpunkt auf 1.350 Milliarden Tonnen. Damit reichen die Reserven der nicht-erneuerbaren Energieträger aus, um den gegenwärtigen Jahresverbrauch der Welt rund 90 Jahre zu decken. Der Umfang der Ressourcen entspricht dem 790-fachen des derzeitigen Jahresverbrauchs der Welt an fossilen und nuklearen Energieträgern. Eine auf den ersten Blick beruhigende Aussicht.

Reserven und Ressourcen der einzelnen nicht - erneuerbaren Energieträger sind jedoch sowohl in der Menge als auch in der geographischen Verteilung sehr unterschiedlich. Den konventionellen und nicht?konventionellen Reserven an Erdöl und Erdgas von 326 Milliarden bzw. 332 Millionen Tonnen SKE stehen Kohlereserven von 726 Milliarden Tonnen SKE gegenüber. Rund 62 Prozent der Reserven an konventionellem Erdöl lagern im Nahen Osten. 47 Prozent der Reserven nichtkonventionellen Erdöls befinden sich in Nordamerika. Beim Erdgas entfallen 40 Prozent der Reserven auf den Nahen Osten und etwa 21 Prozent auf die GUS, vor allem Russland. Über die größten Hartkohlereserven verfügen Australien/Asien, Nordamerika und die GUS, die bei den Reserven von Weichbraunkohle vor Australien/Asien an der Spitze steht. Etwas gleichmäßiger sind die Uranreserven verteilt, an denen Australien/Asien mit rund 38 Prozent, GUS mit 22, Afrika mit 17 und Nordamerika mit 15 Prozent beteiligt sind. Von der Natur stiefmütterlich mit Energiereserven behandelt ist vor allem Europa. Es verfügt über noch nicht einmal 5 Prozent der Weltreserven an nicht?erneuerbaren Energieträgern.

Gegenwärtig leistet Erdöl mit fast 36 Prozent den größten Beitrag zur Deckung des Weltenergiebedarfs, was sich laut IEA so schnell auch nicht ändern wird. Nach BGR-Ansicht reicht das Potenzial konventionellen Öls aus geologischer Sicht aus, um einen moderaten Anstieg des Erdölverbrauchs über 10 bis 15 Jahre zu decken. Ergänzt wird das Angebot durch unkonventionelles Öl aus Sand und Schiefer. Trotz technischen Fortschritts und dem Umstand, dass die Ölnachfrage bedingt durch die Klimapolitik möglicherweise gebremst wird, geht die BGR allerdings davon aus, dass Erdöl in absehbarer Zukunft die erwartete Nachfrage nicht mehr befriedigen kann.

Erdgas ist aus geologischer Sicht ausreichend vorhanden, um noch über Jahrzehnte die absehbare Versorgung zu sichern. Die nachgewiesenen Reserven konventionellen Erdgases haben bei gleich bleibender Förderung eine Reichweite bis nach 2050. Hinzu kommt Erdgas aus Kohleflözen und dichten Speichergesteinen. Die Schätzungen über das Potenzial der Gashydrate und des Aquifergases belaufen sich auf 500 bzw. 800 Billionen m³; und übertreffen damit das Gesamtpotenzial an konventionellem Gas. Bis diese Mengen erschlossen werden können, dürfte allerdings noch viel Zeit vergehen. Weil künftig auch vermehrt synthetische Kraftstoffe auf Erdgasbasis hergestellt werden, wird das Gasangebot zur Erzeugung von Strom und Wärme eingeengt.

Am reichhaltigsten in der Welt sind die Reserven und Ressourcen an Kohle. Sie sind zwar weniger regional konzentriert als dies bei Erdöl und Erdgas der Fall ist, aber mehr als die Hälfte der Hartkohleförderung stammt aus Ländern mit staatlich gelenkter Kohlewirtschaft wie etwa China. Die größten Weichbraunkohleressourcen besitzt Russland. Größter Weichbraunkohlenförderer ist Deutschland vor China und den USA. Das Ausmaß der Nutzung des Kohlepotenzials, das zur Deckung des Bedarfs für viele Jahrzehnte ausreicht, wird in hohem Maß davon abhängen, inwieweit es gelingt, die hohen spezifischen CO2-Emissionen durch Clean-Cloal-Technologie zu verringern. Auch die Herstellung synthetischer Kraftstoffe aus Kohle dürfte an Bedeutung gewinnen. Große Exportpotenziale für Hartkohleexporte sieht die BGR in Australien, Indonesien, Russland und Kolumbien. China dürfte sich wegen des hohen und steigenden Eigenbedarfs noch vor 2010 von einem Kohlenex? in einen Kohlenimporteur verwandeln. Mir Uranreserven von fast 2 Millionen Tonnen steht für Kernkraftwerke in den nächsten Jahrzehnten ausreichend Kernbrennstoff zur Verfügung. Thorium spielt gegenwärtig in der Stromerzeugung keine Rolle. An dieser Technologie wird zurzeit in Indien und Südafrika geforscht. Die Reserven- bzw. Ressourcenbasis ist auch bei diesem Rohstoff komfortabel.

Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 50/07 vom 10. Dezember 2007 Seite 20





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