China wird seinen Energiemix nur wenig verändern können - Hach USA, Japan drittgrößter Olimporteur
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"China wird seinen Energiemix nur wenig verändern können - Hach USA, Japan drittgrößter Olimporteur"

eid Lange war die 1949 gegründete Volksrepublik China, was Energie betrifft, ein autarkes Land, das sogar Öl und Kohle exportieren konnte. Dies hat sich durch die stürmische Entwicklung der chinesischen Wirtschaft geändert. Anstatt den Weltenergiemarkt mit Öl- und Kohleausfuhren zu entlasten, hat der Energieimportbedarf Chinas heute erheblichen Einfluss auf das Preisniveau und die Versorgungssituation auf dem Weltenergiemarkt. 1993 wurde China zu einem Nettoölimporteur. Heute ist es nach den USA und Japan das Land mit den größten Öleinfuhren der Welt. In den ersten drei Monaten dieses Jahres ist es auch zu einem Nettokohlenimporteur geworden.

Chinas Energiestrategie strebt drei Ziele an: Maximierung der heimischen Energiegewinnung, Ausweitung des Energiemixes zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgem und Diversifizierung der Energieversorgung, um die Abhängigkeit von wenigen Lieferanten zu vermeiden. Diese Strategie spiegelt sich in den unterschiedlichen Wachstumsraten der einzelnen Energieträger zwischen 2000 und 2020 wider. Die stärkste Zunahme soll Erdgas erfahren mit einer jährlichen Wachstumsrate von mehr als 9 Prozent. Beim Ölverbrauch wird eine Zunahme von 5,1 Prozent im Jahr erwartet. Die Verwendung von Kohle soll pro Jahr um 4,2 Prozent zunehmen. Trotzdem wird der Anteil der Kohle an Chinas Energiebilanz in dieser Zeit leicht von fast 70 auf rund 63 Prozent zurückgehen. In der gleichen Zeit wird sich der Ölanteil von 25 auf knapp 27 Prozent erhöhen und der Erdgasanteil von 2,8 auf 6, 7 Prozent steigen. Die restlichen Prozente sollen die Kernenergie und erneuerbare Energien liefern. Das Land hat eines der ehrgeizigsten Kernenergieprogramme der Welt und fördert erneuerbare Energien nach dem zu Beginn des Jahres 2006 erlassenen Renewable Energy Law durch Unterstützung der Forschung und wirtschaftliche Anreize.

Erfolgreicher war China bei der Diversifizierung seiner Ölversorgung, meint Gawdat Bahgat, Professor an der Indiana University in Pennsylvania. Die Beziehungen zu Russland haben sich seit den 1990er Jahren gebessert, aber legale und illegale chinesische Einwanderung in Russlands fernöstliche Provinzen und die unterschiedlichen politischen Ziele beider Länder in Ostasien erschweren ein engeres Zusammengehen, wenn auch Russland mit der Verlegung einer Rohölleitung aus Sibirien zur chinesischen Grenze begonnen hat. Eng ist dagegen die Kooperation Chinas mit zentralasiatischen Ländern, aus denen China direkt Öl und Gas beziehen kann. Staatliche chinesische Ölgesellschaften sind an der Ölförderung in Kasachstan beteiligt, die durch eine Pipeline nach China transportiert wird, Turkmenistan liefert seit 1997 Gas nach China. Chinesische Ölgesellschaften sind in vielen afrikanischen Ländern aktiv. Im vergangenen Jahr überholte Angola Saudi Arabien als größter Öllieferant Chinas. Im Nahen Osten hatte China mit dem Hussein-Regime im Irak einen Vertrag abgeschlossen, nachdem nach der Aufhebung der UN-Sanktionen Chinesen mit der Ölerschließung beginnen sollten. Chinesische Ölgesellschaften versuchen auch im Iran Fuß zufassen. Saudi-Arabien ist bestrebt, seinen Ölabsatz an China durch den Bau von Raffinerien im Fernen Osten zu sichern. Auch in Kanada zeigen sich chinesische Ölfirmen an den dortigen Ölsanden interessiert.

Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 25/07 vom 18. Juni 2007 Seite 8





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