Das Kreuz mit dem Gipfel - Ein Leserbrief an den EID
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"Das Kreuz mit dem Gipfel - Ein Leserbrief an den EID"

eid Von einem unserer Leser erhielten wir zum 3. Energiegipfel folgenden Beitrag, den wir etwas gekürzt wiedergeben: „Der 3. Energiegipfel bekräftigt mit Energieeffizienz?, Erneuerbare Energien? und Treibhausgaszielen die Vorreiterrolle Deutschlands beim Klimaschutz. Die Ausgangsbasis, auf der die Ziele aufbauen, stellt sich wie folgt dar: Obwohl schon über Jahre Milliarden?Subventionen gezahlt wurden, liegt der Anteil der regenerativen Energien am Primärenergieverbrauch bei rund 2 Prozent und die Steigerung der Energieeffizienz im Durchschnitt der vergangenen Jahre trotz hoher Energiepreise und finanzieller Anreize bei jährlich knapp 1 Prozent. Bei einer derartigen Lücke stellt sich die Frage, wie sie geschlossen werden kann.

1. Möglichkeit: Der Weg alles Irdischen: Erinnert man sich an die Energieprogramme früherer Bundesregierungen, so beispielsweise in der Zeit nach den Energiekrisen 1973/74 und 1979/80, als die Energieversorgung durch Energieeffizienzmaßnahmen und den Ausbau der Kernenergie auf ein neues Fundament gesetzt werden sollte, wurden beide Programme schnell Makulatur. Die Öffentlichkeit stoppte die Kernenergie und die sinkenden Ölpreise die Effizienzmaßnahmen.

2. Möglichkeit: Verdrängen: Hierzu ein jüngstes Beispiel: Im Koalitionsvertrag von 1998 wurde eine Co 2?Minderung von 25 Prozent bis zum Jahr 2005 im Vergleich zu 1990 beschlossen. Erreicht wurden nur 15 Prozent. Das Ergebnis sähe noch düsterer aus, wenn in den Jahren 1990 bis 1992 die Neuordnung der ostdeutschen Industrie nicht den größten Beitrag geleistet hätte. 2006 ist gegenüber 2005 sogar ein Anstieg zu verzeichnen. Das Zwischenfazit mit Blick auf die Gegenwart und die Vergangenheit zeigt, dass es sich eigentlich gar nicht lohnt, das Energiegipfelgetöse ernst zu nehmen. Doch es gibt noch weitere Möglichkeiten.

3. Möglichkeit: Der große Plan: Nachdem die Bundesregierung eine große Komplexitätsreduktion vorgenommen hat und die Unternehmen und Bürger auf 3 Prozent?Effizienzsteigerung trimmen will, folgt bald der große Plan. Neben den bisherigen Maßnahmen (EEG, Ökosteuer etc.) soll nun ein Klima?Cent oder ähnliches für Stromkunden eingeführt werden. Rund 2 Milliarden Euro jährlich würden so ihren Besitzer wechseln. Rechnet man die bisherigen Maßnahmen hinzu, so ist eine jährliche Summe von 10 Milliarden Euro mit steigender Tendenz wahrscheinlich. Begünstigt werden sollen hiermit wiederum Effizienzmaßnahmen und regenerative Energien. Doch was nützen diese, wenn man bedenkt, dass schon eine Ölpreissteigerung um 25 Prozent die nationale Ölrechnung um rund 10 Milliarden Euro jährlich erhöht und somit schon marktgetrieben die Energieeffizienz gesteigert wird.

4. Möglichkeit: Verhaltensänderungen: In Zeiten großer Pläne geht es in Gesellschaften immer etwas ruppig zu. Deshalb sollten wir es halten wie die Eichhörnchen ? eine Reserve anlegen und uns in den Winterschlaf verabschieden. Das Ergebnis wäre eine Senkung des Energieverbrauchs um 60 Prozent. Über Nacht! Das Klima wird dann weiter seinen Lauf nehmen.

Verändern müssen wir uns. Ein Wunder, dass dies noch nicht in die Szenarien der wissenschaftlichen Gutachten eingeflossen ist. Der Winterschlaf hat Vorteile: Das Versprechen unserer Bundesregierung, die Bürokratie abzubauen, wird in den Wintermonaten durch neue Gesetze und Verordnungen zumindest nicht torpediert. Nach Waldsterben, BSE, Vogelgrippe, Golfstromeskapaden, Klimawandel fahre ich jetzt in den Urlaub. Als Öko?Patriot verbringe ich mit der Familie den Urlaub an der Nordsee. Die Sandburgen bauen wir in diesem Jahr gegen die Klima?Wellen höher und die Wassergräben für die Off-Shore?Kabel etwas tiefer. Sie fragen mich nach der wirklichen Apokalypse? Afrika! Dort sterben täglich 3.000 Kinder an AIDS oder anderen Krankheiten. Aber Afrika ist weit weg."

Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 30/07 vom 23. Juli 2007 Seite 7





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