Erster US-Raffinerie-Neubau nach fast 30 Jahren, Heizölpreis
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Erster US-Raffinerie-Neubau nach fast 30 Jahren

Die unabhängige Raffineriegesellschaft Arizona Clean Fuels hat die Genehmigung zum Bau einer neuen Raffinerie mit einer Jahreskapazität von 7,5 Millionen Tonnen (0,15 Mio. b/d, Anm. esyoil) bei Yuma nahe der Grenze zwischen dem US-Bundesstaat Arizona und Mexiko beantragt. Das Werk soll 2008 den Betrieb aufnehmen und später erweitert werden. Arizona Clean Fuels ist optimistisch, die Erlaubnis zum Raffineriebau im Januar nächsten Jahres zu erhalten. Bei dem Projekt handelt es sich um den ersten Raffinerieneubau in den USA seit 1976. Dass in den letzten 30 Jahren keine neue Raffinerie mehr errichtet worden ist, hat nach gängiger Lesart seinen Ursprung in einer zersplitterten Energie- und Umweltpolitik, die Investitionen aus Sicht von Raffineriegesellschaften unmöglich machten. Dabei spielten auch die immer stärker erweiterten Produktspezifikationen eine Rolle, für deren Erfüllung allein rund 20 Mrd. Dollar ausgegeben werden mussten. Doch nicht nur der Neubau von Raffinerien blieb aus, die Zahl der Verarbeitungsanlagen hat sich seit 1981 real vermindert, und zwar von 324 auf 149 Werke. Die restlichen Werke allerdings haben ihre Kapazitäten in den letzten Jahren stetig erhöht und sich damit den Erfordernissen des Marktes zumindest angenähert. Heute können die verbliebenen Anlagen 845 Mill. t/a Rohöl (16,9 Mio. b/d, Anm. esyoil) verarbeiten. Der Mineralölverbrauch der USA liegt jedoch bei rund 950 Mill. t im Jahr (19 Mio. b/d, Anm. esyoil), so dass rund 10% des gesamten US-Bedarfs durch den Import von Mineralölerzeugnissen gedeckt werden müssen, Tendenz weiter steigend.

Zusätzlich zu den wachsenden Rohölimporten müssen die Vereinigten Staaten also auch immer mehr Produkte einfuhren; diese kommen zum einen aus Europa, wo wegen der wachsenden Dieselbeliebtheit Kapazitätsüberschüsse in Benzinverarbeitungsanlagen bestehen, vermehrt aber auch aus dem karibischen Raum, wo Baugenehmigungen für neue Mineralölverarbeitungsanlagen leichter erteilt werden, Arbeitskräfte billiger sind und andere Kostenvorteile im Vergleich zu den USA bestehen.


Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 39 vom 20. September 2004 Seite 009





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