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Fossile Energien sind reichlich vorhanden

Beim Erdöl erwartet die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe den Verbrauchshöhepunkt vor einem Förderrückgang als Folge knapp werdender Reserven.

„Insbesondere Kohle und Uran sind in sehr großen Mengen in Lagerstätten vorrätig. Selbst wenn die Nutzung dieser Rohstoffe in den kommenden Jahrzehnten weiter stark zunehmen würde, wären die Vorräte noch lange ausreichend", lautet das Fazit der „Kurzstudie 2009: Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen" der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Auch Erdgas ist aus geologischer Sicht in ausreichender Menge vorhanden, um noch über Jahrzehnte die absehbare Versorgung der Verbraucher zu gewährleisten. Dagegen sei Erdöl der erste Energierohstoff, bei dem eine Einschränkung in der Versorgung durch Verknappung der Vorräte auftreten könnte. „Daran ändern auch neue Funde in jüngster Zeit wenig", so der BGR-Rohstoffexperte Bernhard Cramer. Bereits heute seien die Produktionsraten für konventionelles Erdöl, das technisch leicht zu gewinnen und damit kostengünstig sei,kaum noch zu steigern. Mit 155 Milliarden Tonnen war bis Ende 2008 bereits fast so viel Erdöl gefördert, wie mit 159 Milliarden Tonnen noch an Reserven bereit stehen. Die Studie geht von einem Maximum der Ölförderung um 2023 aus. Dieser Zeitpunkt könnte sich mit der verstärkten, technisch aufwendigen Produktion nicht-konventionellen Öls weiter verzögern lassen, so dass spätestens ab 2035 mit einer Einschränkung der Versorgung zu rechnen sei. Mit Blick auf die Bemühungen zur Reduktion der CO2-Emissionen und einem sich ändernden Energiemix erwartet die BGR das Fördermaximum bei Erdöl allerdings nicht erst durch eine physische Verknappung der Vorräte. „Gerade für Erdöl könnte diese Umstellung zu einem Höhepunkt der weltweiten Verbrauchszahlen führen, bevor die Vorräte zu stark erschöpft sind", sagt Cramer. In Deutschland sei der Verbrauchshöhepunkt bereits Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts überschritten worden.

Insgesamt betrugen die Reserven, d. h. die derzeit technisch und wirtschaftlich gewinnbaren Mengen an nicht-erneuerbaren Energierohstoffen zum Jahresende 2008 etwa 38.950 Exa-Joule (EJ) bzw. 1.330 Gt Steinkohleeinheiten (SKE), eine leichte Zunahme (340 EJ) gegenüber dem Vorjahresniveau. Die Ressourcen der nicht-erneuerbaren Energierohstoffe betrugen zum gleichen Zeitpunkt etwa 571.400 EJ bzw. etwa 19.500 Gt SKE und lagen damit geringfügig unter dem Vorjahresniveau. Damit reichen die Reserven bei der gegenwärtigen Jahresförderung von weltweit 453 EJ für rund 90 Jahre. Der Umfang der Ressourcen entspricht dem 1.250-fachen der derzeitigen Jahresförderung.Reserven und Ressourcen der einzelnen Energieträger sind jedoch regional sehr unterschiedlich verteilt und fallen häufig nicht mit den Ländern mit einem hohen Energieverbrauch zusammen. So verfügtEuropa, auf das knapp 17 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs entfallen, gerade einmal über 4,3 Prozent der weltweiten Reserven. Mit 64 Prozent liegen die größten Erdölreserven im Nahen Osten, auf die GUS und Afrika entfallen jeweils etwa 11 Prozent. Die OPEC verfügt über 76 Prozent der Reserven, davon 63 Prozent in der Golf-Region, in den OECD-Ländern lagern gerade einmal 5 Prozent. Beim Erdgas verfügt die GUS über das bedeutendste Potenzial, insbesondere Russland. Von großer Bedeutung ist auch der Nahe Osten. Knapp 5 Prozent der Erdgasreserven liegen in Europa. Über die weltweit größten Hartkohlereserven verfügen die USA mit 41,4 Prozent, gefolgt von China (32 Prozent) und Russland (17 Prozent). Die Weichbraunkohlereserven lagern zu 34 Prozent in Russland, gefolgt von Deutschland (15 Prozent) und Australien (14 Prozent). Die UranReserven liegen zu 83 Prozent in den fünf Ländern Australien, Kanada, Kasachstan, Brasilien und Südafrika. Thorium spielt derzeit für die Energieerzeugung keine Rolle.

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