eid „Clean, clever, competitive" - so muss die Energieversorgung der Zukunft nach Meinung der Internationalen Energieagentur (IEA) sein. Eine Schlüsselrolle müsse dabei die Energieeffizienz spielen. Das forderte Nobuo Tanaka, Exekutivdirektor der LEA, bei der Vorstellung der Studie „Energy Use in the New Millenium: Trend in IEA Countries" in Berlin. „Eine höhere Energieeffizienz ist ein Schlüsselfaktor, um den Anstieg des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen in den IEA?Ländern einzudämmen. Es ist klar, dass hier viel mehr getan werden könnte“, sagte Tanaka, der seit Anfang September als erster Nicht?Europäer an der Spitze der Organisation steht.
Im Rahmen des „Gleneagles-Dialogs über Klimawandel, saubere Energie und nachhaltige Entwicklung", angestoßen auf dem G8-Gipfel im Juli 2005, hat die IEA die Entwicklung des Energieverbrauchs der IEA-Länder näher unter die Lupe genommen. Es gehe darum, die Entwicklung besser zu verstehen, Best-practices-Beispiele auszuloten, um schließlich zum G8-Gipfel 2008 in Japan einen Abschlussbericht mit Handlungsempfehlungen vorlegen zu können.
So viel steht schon jetzt fest: Eine Reihe von Ländern hat Nachholbedarf hinsichtlich des Daten-Inputs. Für die Untersuchung über den Zeitraum 1990 bis 2004, dem Jahr mit dem jüngsten Datenbestand, konnten für alle Verbrauchssektoren nur 14 von insgesamt 26 Mitgliedsstaaten hinzugezogen werden. Tanaka: „Die Regierungen müssen wesentlich mehr Mittel investieren, um Daten über die Endnutzung von Energie zu erheben. Nur so können Trends bei Energieverbrauch und CO 2-Emissionen detailliert verfolgt werden."
Fest steht auch, dass die Verbesserung der Energieeffizienz deutlich nachgelassen hat. In der Periode 1973 bis 1990
lagen die Effizienzgewinne bei durchschnittlich 2 Prozent pro Jahr, im Zeitraum 1990 bis 2004 nur noch bei 0,9 Prozent. Für die IEA ist damit belegt, dass die durch die Ölpreisschocks in den siebziger Jahren ausgelösten Veränderungen erheblich mehr dazu beigetragen haben, das Verbrauchswachstum zu kontrollieren, als die Effizienzverbesserungen und die Klimapolitiken seit Anfang der 90er Jahre.
„Einsparungen durch höhere Energieeffizienz haben seit 1990 in den IEA?Ländern zu um 14 Prozent oder 1,2 Gigatonnen geringeren CO 2-Emissionen geführt, als dies ohne diese Entwicklung der Fall gewesen wäre. Diese Einsparungen entsprechen ungefähr dem jährlichen Energieverbrauch und den CO 2-Emissionen von Japan." Tanaka bezifferte die dadurch erreichten Kosteneinsparungen auf mindestens 170 Milliarden Dollar pro Jahr.
Das klingt gewaltig, aber: „Das ist nicht genug", so der IEA?Chef. „Wir müssen - und wir können - es besser machen." Die Regierungen müssten jetzt handeln mit einem notwendigen Mix aus Markt und regulatorischen Maßnahmen, um mindestens eine Verdoppelung der Energieeffizienz zu realisieren. Es gehe darum, die Entkopplung des Wirtschaftswachstums von Energieverbrauch und CO 2-Emissionen zu beschleunigen.
Nach Ansicht der IEA müssten beispielsweise für alle Elektrogeräte verbindliche Effizienzstandards und Kennzeichnungspflichten eingeführt werden. Denn der Energieverbrauch von Elektrogeräten in privaten Haushalten hat dramatisch zugenommen. 20 Prozent des Endenergieverbrauchs privater Haushalte entfielen 2004 auf Elektrogeräte, 54 Prozent auf die Raumwärme. Doch wegen der Umwandlungsverluste bei der Stromerzeugung trugen Elektrogeräte bereits zu einem Drittel zu den CO2-Emissionen bei, die Raumheizung zu 40 Prozent. Halte dieser Trend ungebremst an, könnten Elektrogeräte und Klimaanlagen sich bald an die Spitze bei den CO 2-Emissionen setzen.
Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 38/07 vom 17. September 2007 Seite 16
|