esyoil – Der Preisindex für Heizöl
Internationale Ölgesellschaften reagieren unterschiedlich auf Erlösrückgang
BP und Shell planen Kostensenkungen und Stellenabbau, ConocoPhillips will sich in den nächsten beiden Jahren von Unternehmensteilen trennen.
Die Gewinne der Ölgesellschaften sind im dritten Quartal dieses Jahres im Vergleich zur gleichen Vorjahresperiode wegen niedrigerer Öl- und Gaspreise sowie wegen geschrumpfter Raffineriemargen und Absatzrückgängen deutlich gesunken. Allerdings gab es dabei Unterschiede. Bei der staatlichen China National Offshore Oil Company (CNOOC) sank das Quartalsergebnis nur um 13 Prozent, weil das Unternehmen seine Ölförderung um mehr als 18 Prozent steigern konnte. Bei ConocoPhillips verringerte es sich um 71 Prozent. Die leichte Produktionserhöhung reichte nicht aus, den Preisrückgang bei Öl und Gas annähernd zu kompensieren. Den absolut höchsten Quartalsgewinn erzielte zwischen Juli und September mit fast 5 Milliarden US-Dollar die BP vor ExxonMobil (4,7 Milliarden US-Dollar), Chevron (3,8), CNOOC (3,2), Shell (3,0) und ConocoPhillips (1,5).Auf die Quartalsentwicklung reagierten die Unternehmen unterschiedlich. BP steht am Ende eines Kostensenkungsprogramms, durch das die Kosten des Unternehmens bis Ende dieses Jahres um 4 Milliarden US-Dollar niedriger ausfallen werden. Shell dagegen hat mit dem Sparen erst begonnen und hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres die Kosten um rund 1 Milliarde US-Dollar gesenkt. Beide Unternehmen wollen ihre Organisation straffen, wodurch bei BP 6.500 Stellen fortfallen und bei Shell etwa 5.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. ConocoPhillips hat angekündigt, sich in den nächsten beiden Jahren von Unternehmensteilen im Wert von 10 Milliarden US-Dollar trennen zu wollen und die Investitionen zu kürzen.Davon kann bei der traditionell finanziell sehr disziplinierten ExxonMobil keine Rede sein. Der Branchenprimus will seine Investitionen, dieses Jahr bisher 19 Milliarden US-Dollar, ungekürzt fortsetzen; 2010 sollen es bei ExxonMobil laut „Petroleum Argus" 25 bis 30 Milliarden US-Dollar werden, während Shell ihre diesjährigen Rekordinvestitionen von 32 Milliarden US-Dollar 2010 auf 29 Milliarden US-Dollar senken will. Weniger will auch Total im nächsten Jahr in neue Anlagen stecken, während BP an eine Anhebung der Investitionen von knapp 20 Milliarden in diesem auf bis zu 22 Milliarden US-Dollar im nächsten Jahr denkt. Im Ranking der Ölunternehmen ist es in den einzelnen Bereichen seit 2000 kaum zu Veränderungen gekommen. Bei Ölreserven nehmen nach wie vor die Saudi Aramco, die National Iranian Oil Company (NIOC) und die Iraq National Oil Company (INOC) die drei ersten Plätze ein. Bei der Ölförderung lagen im vergangenen Jahr Aramco, NIOC und die mexikanische Pemex, die die venezolanische PDV auf den vierten Platz verdrängt hat, an der Spitze. Größer waren infolge mehrerer Zusammenschlüsse die Veränderungen bei Raffineriekapazitäten und beim Mineralölabsatz. ExxonMobil nimmt in beiden Sektoren den ersten Rang ein. Shell ist in der Mineralölverabeitungvom dritten auf den zweiten Platz vorgerückt. An dritter Stelle steht nun die chinesische Sinopec. Einen großen Sprung hat auch der amerikanische Raffineur Valero gemacht. Zwischen 2000 und 2008 rückte er vom 23. auf den vierten Platz vor. Das Unternehmen hat jedoch im dritten Quartal wegen der schwachen Margen einen Verlust von etwa 1 Milliarde US-Dollar gemacht. Unter den zehn größten Raffineriegesellschaften sind nur zwei Unternehmen aus OPEC-Ländern vertreten: PDV und Aramco. Hier ist das Verhältnis umgekehrt wie in der Ölförderung, in der sich unter den zehn Größten nur zwei private Gesellschaften halten konnten: ExxonMobil und BP. Beim Mineralölabsatz folgen ExxonMobil mit einem Weltmarktanteil von 8,33 Prozent auf den Rängen zwei bis sechs Shell (7,77) BP (6,60), Total (4,53), Chevron (4,09) und ConocoPhillips (3,81). Dann kommen Aramco (3,77), PDV (3,50), die brasilianische Petrobras (3,29) und Varlero (3,18).
Energie Informationsdienst 46/09 vom 09.11.2009 S.20 9. November 2009
