eid Die japanischen Raffineriegesellschaften wie Nippon Oil, Cosmo Oil, Exxon Mobils?Tochter Tonen General Sekiyu und Showa Shell leiden unter einem deutlichen Rückgang ihrer Raffinerie?Betriebsergebnisse. Die Branche wird von sinkender Nachfrage, Überkapazitäten und einem so heftigen Wettbewerb bei Tankstellen geplagt, dass sie noch nicht einmal die gestiegenen Rohölkosten an den Verbraucher weiter geben kann. Trotz Stilllegung von 30 Millionen Tonnen jährlicher Raffineriekapazität und Abbau der Werke von 40 auf 30 steht einer Kapazität von 240 Millionen Tonnen ein Durchsatz von nur 200 Millionen Tonnen gegenüber. Weitere Raffinerien müssten vom Markt genommen werden, aber dafür gibt es noch keine Anzeichen.
Seit 2000 sinkt in Japan die Nachfrage nach Mineralölerzeugnissen immer mehr. Nach Angaben von Nippon Oil lag der Absatz 2006 um 5,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Erstmals seit 21 Jahren ging auch der Benzinbedarf wieder zurück. Bis 2011 rechnet man mit einer Verminderung von 1,5 bis 1,8 Prozent pro Jahr. Autofahrer kaufen kleinere und sparsamere Autos. Hausbesitzer wechseln Öl? gegen Gasbrenner aus. In der Industrie ersetzt verflüssigtes Erdgas (LNG) und Strom aus Kernkraftwerken schweres Heizöl. Nach den Plänen der Regierung soll der Ölanteil an der japanischen Primärenergiebilanz bis 2030 um 10 Prozent verringert werden. Im Verkehrssektor soll der Beitrag des Öls in der gleichen Zeit um 20 Prozent sinken.
Japan als Beispiel vor Augen sieht ExxonMobil?Chef Rex Tillerson auch für die amerikanischen Raffinerien nur geringe Chancen, dass sie ihre Investitionen verzinsen können. Die US?Ölgesellschaften sträuben sich mit Hinweis auf die unsichere Margenerwartung in der Verarbeitung seit langem, Raffineriekapazitäten in den USA aufzubauen, um die Importquote insbesondere bei Ottokraftstoffen zu senken und so Preisdruck aus dem internationalen Markt zu nehmen. Um 2015, glaubt Tillerson, wird die US?Nachfrage nach Benzin wahrscheinlich ihr Plateau erreicht haben und danach deutlich zu sinken beginnen. Der Anteil sparsamerer Pkw, z.B. mit Hybridantrieb, am Autobestand dürfte deutlich zunehmen. Auch ohne Biokraftstoffe werde man in den USA kaum genug Zeit haben, um Aufwendungen für Raffinerien wieder hereinzuholen, meint Tillerson.
Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 29/07 vom 16. Juli 2007 Seite 3
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