Heizöl von esyoil

esyoil Special:

Je höher der Ölpreis, desto mehr Bedarf an Kamelen und Eseln



Die Rekordjagd der Ölpreise macht die Verbraucher erfinderisch. Die extremste Reaktion zeigte dabei ein Bayer. Aus Wut über die hohen Benzinpreise verbrannte er öffentlich seinen BMW. Ebensowenig nachahmenswert ist der Weg, den eine Amerikanerin zur Senkung ihrer Benzinausgaben einschlug. Wie auf der Website "The Smoking Gun" zu lesen war, gab sie sich in einem Motel einem Mann hin für einen Benzingutschein über 100 US-Dollar. Sie wurde wegen Prostitution ohne Lizenz angeklagt und er wegen Förderung der Prostitution. Noch unbekannte Deutsche haben eine andere Methode benutzt: Sie bohren bei geparkten Wagen die Benzinleitung an und fangen den Kraftstoff auf, wie eine Frau in Braunschweig erfahren musste.

Ein weniger riskanter Pfad zur Vermeidung von Kraftstoffkosten ist der Verzicht auf Urlaubsreisen, zu dem es in diesem Jahr in den USA häufig kommen wird. Die Amerikaner haben dafür ein neues Wort erfunden: Aus Vacation wurde Staycation. Und wenn sie doch im Auto verreisen, wollen sie kürzer weg bleiben und keine weiten Touren unternehmen. Um die Verwendung des Begriffs Staycation in ihrer Sommerwerbung streiten sich die Supermarktkette Wal Matt und der Inneneinrichter Lowe's.

Wegen der gestiegenen Benzinkosten werden in den USA nun auch Strafzettel teurer. In Holly Springs im Bundesstaat Georgia müssen Raser neben dem üblichen Bußgeld nun auch 12 US-Dollar Benzinaufschlag berappen. Um die Geldbeutel der Staatsbediensteten zu schonen, sind die Behörden in Utah zur Viertagewoche übergegangen.

Zum Benzinsparen scheinen Amerikaner neuerdings auch häufiger die Elektrokarren der Golfplätze zu verwenden. Jedenfalls meldet die Polizei einen Anstieg der Unfälle mit solchen Fahrzeugen. Schwierig wird es auch bei Benzin- und Dieselpreisen von mehr als 4 US-Dollar pro Gallone, bargeldlos seinen Tank zu füllen. Die Zapfsäulen zeigen Summen von mehr als 100 US-Dollar an, aber über Kreditkarten kann man an manchen Tankstellen nur Rechnungen mit maximal 75 USDollar bezahlen.

Und so wundert es nicht, dass wegen der hohen Benzinkosten nun auch in den USA der Absatz der spritfressenden SUVs einbricht und zwar um satte 30 Prozent. Noch stärker war der Absatzrückgang bei SUVs in Spanien (35 Prozent) und Frankreich (50 Prozent). Die Briten kauften im Mai fast ein Fünftel weniger Pkw mit Vierradantrieb und 12 Prozent weniger reine Sportwagen. VW will auf den Bau eines Pick-ups inzwischen ganz verzichten.

In Pakistan haben die Bauern viel existenziellere Probleme. Weil Traktoren und vor allem der Kraftstoff dafür zu teuer geworden ist, greifen sie wieder vermehrt auf Kamele als Zug- und Lasttiere zurück. Das gleiche Symptom zeigt sich in der Türkei, wobei dort Esel die Rolle der Kamele übernommen haben. Die Preise für Esel steigen ebenfalls bereits.

Besonders betroffen vom Preisanstieg sind neben dem Kraftverkehr vor allem Fluglinien, denn die Kosten für Kerosin haben sich noch stärker erhöht als die für Benzin und Diesel. Die Fluggesellschaften wollen Kerosin sparen, wo sie nur können. So bittet beispielsweise die Airline Southern China ihre Passagiere, das gesamte Kleingeld auszugeben und die Toilette aufzusuchen, bevor sie an Bord gehen. Denn für eine Toilettenspülung in der Luft wird ein Liter Kerosin verbraucht. Andere Luftlinien streichen Flüge, um Kosten zu sparen.

Bei gut zwei Dutzend Fluglinien nützen auch solche Maßnahmen nichts mehr: Sie sind inzwischen pleite. Den verbliebenen Airlines will General Electric mit dem Rückgriff auf Bewährtes helfen. Bei dem Motorenbauer will man bei der nächsten Generation Flugzeugmotoren wieder zum Propeller zurückkehren. Experten meinen, damit lassen sich 15 bis 30 Prozent Kraftstoffe sparen.

Quelle: Energie Informationsdienst 32/07 vom 04.08.2008 S.30

Energie Informationsdienst 32/07 vom 04.08.2008 S.30