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Privaten Ölfirmen droht Verlust ihrer Downstreamposition

Die großen privaten Ölgesellschaften müssen ihre Downstreamstrategie neu überdenken. Bleiben sie bei ihrem bisherigen Vorgehen, könnte ihnen die gleiche Entwicklung wie auf der Upstreamseite vor 30 oder 40 Jahren drohen. Damals, schreibt „Petroleum Argus", büßten sie durch die Verstaatlichung der Ölvorkommen in den großen Exportländern ihre Führungsrolle in der Ölproduktion ein. Die heute noch beherrschende Position der privaten Unternehmen in Verarbeitung und Vertrieb von Mineralöl beruht auf ihrer traditionellen Präsenz in den OECD-Ländern, in denen das meiste Öl verbraucht wird. Doch mit dem Wachstum des Ölbedarfs im OECD-Raum ist es mehr oder weniger vorbei; mit Stagnation und Rückgang muss gerechnet werden. Europa ist dafür ein gutes Beispiel. Das birgt die Gefahr von Raffinerieüberkapazitäten und mageren Verarbeitungsmargen.In den kommenden Dekaden wird es Wachstum beim Öl nur noch in Entwicklungs- und Schwellenländern geben. Dort aber sind private Ölgesellschaften - wenn überhaupt - weniger stark vertreten. Unter anderem auch deshalb, weil private Ölfirmen im Sektor Raffinerie und Marketing den nationalen Ölunternehmennicht so viel zu bieten haben wie auf der Upstreamseite, wo High-Tech und Knowhow mehr gefragt sind. Und der Eintritt in die Ölmassenmärkte von morgen wird den privaten Konkurrenten nicht leicht gemacht. Das Beispiel China zeigt, wie schwer es dort BP, Exxon, Shell und Total fällt, ein eigenes Tankstellennetz aufzubauen. Auch der gemeinsame Bau von Raffinerien ist nicht immer eine attraktive Lösung. Shell hat sich gerade aus einem solchen Gemeinschaftsprojekt mit Sinopec und Kuwait zurückgezogen. Dass Joint Ventures kein automatischer Schlüssel für den Eintritt in den chinesischen Ölmarkt sind, haben Saudi Aramco und ExxonMobil mit ihrem gemeinsamen Raffinerieprojekt Sinopec in Fujian erlebt.
Dagegen beginnen Raffinerieunternehmen aus Schwellen- und Ölförderländern in OECD-Ländern Fuß zu fassen. Petrobras betreibt Raffinerien in Pasadena, Texas, und auf der japanischen Insel Okinawa. PetroChina erwarb eine Raffinerie in Singapur. Lukoil kaufte der Total ihren Anteil an der Vlissinger Raffinerie ab und beteiligte sich an Raffinerien in Italien. Die indische Essar verhandelt mit Shell über den Kauf von Werken in Deutschland und Großbritannien.

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