Ruf nach Bio Fuels wird lauter - Ölbranche zweifelt 11.10.2004, Heizölpreis
Heizöl

Wir wollen,
dass Sie
günstiger heizen.

Über Esyoil Über Preise Partnerhändler Impressum Links Tipps Presse AGB's FAQ's Heizöl

Dienste für aktuelle Heizölpreise



esyoil special:

Ruf nach Bio Fuels wird lauter - Ölbranche zweifelt

In Zeiten hoher Ölpreise wird gerade im Verkehrsbereich der Ruf nach Alternativen zu den "Klassikern" Benzin und Diesel immer lauter. Rot/Grün fordert mehr Biokraftstoffe, Michaele Hustedt, Energiesprecherin der Grünen, will mit ihnen sogar das Ende des Ölzeitalters einläuten (...).

Etwas konkreter klingt das bei ihrer Parteifreundin und Verbraucherschutzministerin Renate Künast. Sie hat jetzt die synthetischen Biokraftstoffe (BTL - Biomass-to-Liquids) entdeckt und gleich eine "Informationsplattform" ins Leben gerufen, zu deren Gründung rund 100 Teilnehmer aus Wissenschaft und Forschung, Industrie, Landwirtschaft und der Regierung nach Berlin kamen. Die Ministerin bezeichnete BTL-Kraftstoffe als die "vielversprechendste Option für eine zügige und weitreichende Abkehr von auf Erdöl basierenden Kraftstoffen". Ihr Ministerium sieht für BTL zudem deutliche Vorteile gegenüber Biodiesel aus Raps, da eine ganze Palette pflanzlicher Rohstoffe genutzt werden könnte. Da BTL-Kraftstoffe außerdem ohne Anpassung in heutigen Motoren einsetzbar und über die bestehende Infrastruktur verteilbar seien, würden sie auch von der Auto- und Mineralölwirtschaft favorisiert, so Künast weiter.

International war bei den Biokraftstoffen bisher aus Zuckerrohr oder Getreide gewonnenes Bioethanol am erfolgreichsten. Moderne Motoren laufen mit Kraftstoffen, die bis zu 10 Prozent Bioethanol enthalten. Bioethanol wird vor allem in Brasilien und den USA verwendet. In Europa, insbesondere in Deutschland, Frankreich und Italien, wurden 2003 rund 1 Milliarde Liter Biodiesel auf Rapsbasis hergestellt, was einem Anteil von etwa 1 Prozent am gesamten Dieselabsatz entspricht. 2010 sollen in der EU 5,75 Prozent aller Kraftstoffe für den Verkehr biologischen Ursprungs sein.

Biokraftstoffe sollen die Abhängigkeit von Ölimporten und den Ausstoß von Treibhausgasen mindern. Allerdings ersetzt eine Einheit Biokraftstoff wegen des geringeren Energiegehalts nicht eine Einheit mineralölbasierten Kraftstoff. Zudem werden für ihre Herstellung konventionelle Energieträger verwendet; nach Schätzungen der International Energy Agency (IEA) braucht man für einen Liter Biokraftstoff 0,15 bis 0,2 Liter Öl. Die Verringerung der Treibhausgasemissionen hängt also von der Produktionsweise der Biokraftstoffe ab.

Ein Problem ist zudem der Flächenverbrauch. Die IEA schätzt, dass man, die aktuelle Technik zu Grunde gelegt, in der EU wie in den USA rund ein Fünftel der landwirtschaftlichen Flächen, auf denen heute Nahrungsmittel produziert werden, benötige, um mit Bio Fuels 5 Prozent des gesamten Kraftstoffverbrauchs ersetzen zu können.

Gravierender Nachteil der Biokraftstoffe sind zudem ihre hohen Kosten. Die IEA beziffert die Kosten für die Herstellung von Bioethanol und Biodiesel als dreimal so hoch wie für Benzin und Diesel auf Mineralölbasis. Ohne staatliche Unterstützung sind sie deshalb kaum marktfähig. Neue Technologien sollen hier Abhilfe schaffen, z.B. die Ethanolgewinnung aus Zellulose, bei der Enzyme Pflanzenreste in Ethanol verwandeln. So würde über die gesamte Prozesskette der Kohlendioxid-Haushalt verbessert, weil die Energie für die Herstellung aus Pflanzenresten erzeugt werden kann. Eine Anlage der Shell/Iogen in Kanada erzeugt jährlich bereits 1 Million Liter Ethanol aus Zellulose. Grundsätzlich aber zweifelt die deutsche Mineralölbranche weiterhin an der Sinnhaftigkeit eines Einsatzes von Biokraftstoffen im Bereich Mobilität (...): Wenig effizient, zu teuer, kaum Klimaeffekte, heißt es. Gerade bezogen auf den Klimaschutz könnten Biokomponenten in der stationären Energienutzung viel größere Effekte erzielen, so ihr Fazit.


Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 42 vom 11. Oktober 2004 Seite 003





Pfeil
Preisrückschlag dennoch unwahrscheinlich.

Pfeil
Preise steigen trotz guter US-Bestandsdaten.

Pfeil
Preise losgelöst von Fundamentaldaten.

 
Die News der Vergangenheit.

Was Kunden über Heizöl und Heizölbestellungen fragen

Abhandlungen zu ständig wiederkehrenden Themen.

Hier finden Sie unseren aktuellen Tages-kommentar...



nach oben