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Shell schiebt Ölsanderschließung auf die lange Bank

Die Royal Dutch Shell wird das Tempo ihrer Erschließung von Ölsandvorkommen in Kanada deutlich verlangsamen. Anstatt in die kostspielige Entwicklung unkonventioneller Öl-und Gasvorkommen zu investieren, will sich das Unternehmen in einem vom neuen Firmen-Chef Peter Voser initiierten Strategiewechsel künftig vermehrt auf die Erschließung konventioneller Vorkommen von Erdöl und Erdgas konzentrieren. Bei Vosers Vorgänger Jeroen van der Veer stand der rasche Ausbau der Ölgewinnung aus den kanadischen Teersanden noch sehr weit oben auf der Prioritätenliste. Shell ist mit 60 Prozent an dem 14 Milliarden US-Dollar schweren Athabasca-Ölsandvorkommen im Norden Kanadas dabei und stellt diese Beteiligung auch nicht grundsätzlich in Frage. Nur den Ausbau der Produktion dort werde man nun deutlich langsamer vorantreiben. Ab 2011 sollen dort fast 13 Millionen Tonnen Öl jährlich gewonnen werden, ursprünglich war eine Erhöhung auf 35 Millionen Tonnen im Jahr geplant. Nun sagt Voser, manverfüge über genügend andere Ölvorkommen für das Wachstum des Unternehmens, bei denen nicht so starke Kostensteigerungen zu erwarten seien wie bei der Nutzung der Ölsande.
Auch habeShell ihre Fähigkeiten zum Aufspüren konventioneller Öl- und Gaslagerstätten verbessert. Das zeigten neue Ölfunde vorder australischen Küste, im Golf von Mexiko und in Kasachstan. Dagegen setzen andere Ölriesen weiter auf einen Ausbau der Nutzung von Ölsänden. So starten BP und Husky Energy ihr gemeinsames Ölsandprojekt Sunrise bei Fort McMurry nach einer einjährigen Pause neu, nachdem dort verschiedene Maßnahmen umgesetzt worden sind, mit denen man hofft, die Kosten von geplanten 4 Milliarden auf 2,5 Milliarden US-Dollar senken zu können. Aus Ölreserven von rund 500 Millionen Tonnen Öl wollen BP und Husky dort jährlich 10 Millionen Tonnen fördern. Die französische Total undder US-Konzern ConocoPhillips sind dabei, die Ölproduktion ihres Gemeinschaftsvorhabens Surmont von 1,3 Millionen auf 5,5 Millionen Tonnen zu steigern.

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