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USA sind zum Netto-Ethanolexporteur geworden

Die USA haben Brasilien in der Ethanolproduktion überholt und sind in diesem Jahr zum Nettoexporteur von Bioethanol geworden. Dazu haben neben einem höheren Zuckerpreis auch ein im Vergleich zum US-Dollar stärker gewordener brasilianischer Real beigetragen, was dazu führte, brasilianisches Ethanol auf Zuckerrohrbasis zu verteuern.

2010 sollen in den USA 45,5 Milliarden Liter Ethanol als Kraftstoffkomponente abgesetzt werden. Doch dürfte diese Menge nicht erreicht werden, weil der US-Benzinverbrauch stagniert. So hat sich ein Ethanolüberschuss entwickelt, der die Lagerkapazität übersteigt. Begünstigt durch eine steuerliche Entlastung von 45 USȼ je Gallone müssen die Amerikaner auf ausländische Absatzmärkte ausweichen, um dem Ethanolüberschuss Herr zu werden. In den ersten neun Monaten dieses Jahres haben die USA gut 951 Millionen Liter Ethanol exportiert, mehr als doppelt soviel wie im ganzen Jahr 2009. Hauptabnehmer sind Kanada, die Niederlande und Großbritannien, aber auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien, die mit dem importierten Ethanol die Qualität ihres Benzins verbessern. Der Boom der amerikanischen Ethanolexporte hat in Europa Erinnerungen an die in den USA steuerlich unterstützten Biodieselexporte wach gerufen, die europäischen Produzenten von Biodiesel unlautere Konkurrenz machten. Nun tauchen bei europäischen Ethanolherstellern Befürchtungen über eine ähnliche Entwicklung auf dem Ethanolmarkt auf. In den USA haben die Ethanolexporte zu einer Debatte über die Steuererleichterungen geführt, die Ende 2010 auslaufen. Ziel der Subventionen ist der Ersatz von Benzin auf Mineralölbasis durch Ethanol aus heimischen Rohstoffen wie z.B. Mais, von dessen Ernte rund 40 Prozent für die Ethanolproduktion verwendet werden. Auf diese Weise soll die Abhängigkeit der USA von Öleinfuhren vermindert werden. Eine steuerliche Erleichterung von Ethanolexporten war nicht vorgesehen. Die amerikanische Ethanolbranche erhofft sich einen steigenden Bedarf für ihr Erzeugnis dadurch, dass ab 2011 dem Benzin bis zu 15 Prozent Ethanol beigemischt werden darf, ein Drittel mehr als bisher. Und sie hofft natürlich, dass die Steuererleichterung erhalten bleibt.

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