
esyoil Special:
Yusgiantoro kündigt höheres OPEC-Preisband an
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), deren
Mitglieder dank der hohen Ölpreise in diesem Jahr deutlich höhere Umsätze erzielen werden
(...), wird auf ihrem nächsten Meeting am 15. September ein neues Preisband verkünden,
sagte OPEC-Präsident Purnomo Yusgiantoro beim Weltenergiekongress (WEC) in Sydney auf
eine entsprechende Frage des EID. Eine Arbeitsgruppe arbeite an einem Vorschlag, der das
noch offizielle Preisband von 22 bis 28 Dollar je Barrel ablösen werde, aber über den
noch abschließend entschieden werden müsse. Mittlerweile wurden aus OPEC-Kreisen die
Ranges 28 bis 32 $/b oder 26 bis 34$/ b genannt (...). Yusgiantoro hält den derzeitigen
Rohölpreis "for acceptional conditions" um 10 bis 15 $/b für überzogen. Nach der Spitze
der saisonalen Ölnachfrage im viertem Quartal werde der Rohölpreis sinken und sich damit
den fundamentalen Marktdaten anpassen, sagte Yusgiantoro.
Auf der Basis eines weltwirtschaftlichen Wachstums von 4,3 Prozent im nächsten Jahr
(2004: 4,7%), wobei China um 7,7% wachse (2004: 8,5%), werde die weltweite Nachfrage
nach Öl um 1,7 Millionen b/d (2004: 2,2 Millionen b/d) zunehmen. Unter Berücksichtigung
von Produktionssteigerungen in Non-OPEC-Ländern werden auf OPEC 27,6 Millionen b /d
(2004: 2 7,3 Mill. b/d) entfallen. Die gegenwärtige OPEC-Reservekapazität gibt
Yusgiantoro mit 1,0 bis 1,5 Mill. b/d auf der Basis der derzeitigen Spitzenförderung von
fast 30 Mill. b/d an. Mit Beginn des nächsten Jahres werde die Förderung um weitere 1,0
Mill. b/d erhöht werden können, jegliche weitere Fördererhöhung benötige eine Vorlaufzeit
von 18 Monaten. Yusgiantoro macht keinen Hehl daraus, dass die Welt zurzeit mehr als
ausreichend mit Öl versorgt sei, und das werde auch so bleiben. Um die im Jahre 2025
benötigte OPEC-Förderung, die mit einer Erhöhung des Weltmineralölverbrauchs auf knapp 115
Mill. b/d einhergeht (...), leisten zu können, müsse die OPEC zwischen 258 und 382
Milliarden Dollar investieren.
Meid Al-Moueef vom saudi-arabischen Ölministerium machte darauf aufmerksam, dass der
Anteil von Öl und Gas am Weltenergieverbrauch im Jahre 2000 63,4% betragen habe und in
Zukunft noch zunehmen werde, und zwar auf 66,4% in 2020. Allerdings würden sich die
Gewichte zu Gunsten des Gases verändern. Nach einem Anteil von 23,3% im Jahre 2000 würde
der Gasanteil bis 2020 auf- 28% steigen und der von Öl von 40,1% auf 38,4% zurückgehen.
Anne Quinn, Group Vice President BP, warnte davor, zu sehr auf Gas zu setzen. In den USA
und Großbritannien sei die Produktionsspitze erreicht, in Norwegen werde das 2010 der
Fall sein. Das Gewicht von Russland bei der weltweiten Erdgasversorgung werde in Zukunft
weiter zunehmen. George Anderson, stellvertretender Energieminister in Kanada, sagte,
dass die derzeitige Förderung aus Ölsanden von 50 Millionen Tonnen (1 Mio. b/d, Anmerkung
esyoil) in den nächsten zwei bis drei Jahren verdoppelt werde und die langfristige
Planung eine Produktion von 250 Millionen Tonnen (5 Mio. b/d, Anmerkung esyoil) vorsehe.
Die durchschnittlichen Förderkosten würden bei 15 bis 16 Dollar je Barrel liegen.
Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 38 vom 13. September 2004 Seite 4

