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Zu wenig zertifizierte Rohstoffe - IEEP-Studie: Bioethanol schädlich fürs Klima

In den USA darf Benzin neuerdings bis zu 15 Prozent Bioethanol enthalten - ein Drittel mehr als bisher. In Europa sind 10 Prozent zugelassen - doppelt so viel wie bislang. 2020 sollen Biokraftstoffe den Kraftstoffbedarf in Europa zu einem Zehntel decken. Damit sollen sowohl das Klima als auch die Ölreserven geschont werden. Die Arbeitsgemeinschaft Flüssige Biokraftstoffe (ARGE Biokraft) weist aktuell darauf hin, dass es derzeit europaweit wegen der kurzen Einführungsphase der EU-Richtlinien und den noch fehlenden Rahmenbedingungen der Kommission nicht genügend zertifizierte Rohstoffe für die Biokraftstoffproduktion gibt. Es gebe für die in diesem Jahr bereits eingebrachte Ernte keine Nachhaltigkeitszertifikate, so dass die Rohstoffe 2011 bei der Erzeugung von zertifizierten Biokraftstoffen fehlen werden. Auch für die Mineralölkonzerne dürfte es laut ARGE Biokraft, 2011 schwierig werden, die vorgeschriebene Beimischungspflicht zu erfüllen. Biokraftstoffhersteller und Mineralölunternehmen fordern derzeit von der EU-Kommission praxisgerechte Übergangsregeln für die nächsten Monate.

Das Londoner Institute for European Environment Policy (IEEP) hat in einer Studie die Pläne von 23 EU-Mitgliedstaaten zum Ausbau der erneuerbaren Energien untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass fossiles Benzin auf Mineralölbasis das Klima mehr schont als Bioethanol. Nach Berechnungen des IEEP müssten für den Anbau von Ölpalmen, Raps, Soja, etc. weltweit 69.000 km² - eine Fläche doppelt so groß wie Belgien - aus Wald-, Weideland und Feuchtgebieten in Ackerland verwandelt werden. Dadurch würden 56 Millionen Tonnen CO₂ freigesetzt und jährlich 11 Millionen Tonnen CO₂ mehr ausgestoßen, als durch Bioethanol der 1. Generation eingespart würden.

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