Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Ölbörse im Rausch

Die Marke von 100 Dollar für das Barrel Rohöl wird zur Droge an den Börsen. Die Marktteilnehmer geraten in einen kollektiven Rausch. Fundamentale Umstände rechtfertigen das Preisniveau nicht. Die Versorgungskette weist keine Löcher auf. Selbst wenn aus dem Streit zwischen der Türkei und dem Irak ein heißer Konflikt werden sollte, wäre kein großes Loch zu befürchten. Dazu sind die bedrohten Mengen zu gering. Anders sähe es im Fall eines Militärschlags der USA gegen den Iran aus. Dieser ist allerdings angesichts der permanenten Überforderung des US-Militärs sehr unwahrscheinlich. Die Meinung innerhalb der OPEC tendiert mittlerweile dazu, auf eine Mengenerhöhung zu verzichten. Das ist Opium für die Bullen. Rohöl, Gasöl und Dollar haben neue Extremwerte erreicht, Öl als Maximum, der Dollar als Minimum.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Schlechte US-Vorratsdaten
OPEC will Liefermengen nicht erneut erhöhen
Türkei droht mit Militäraktion gegen PKK im Irak
USA verschärfen Sanktionen gegen den Iran
Skepsis zur Heizölversorgung bei extremen Temperaturen
Raffinerieprobleme in den USA
Nachfrage steigt im vierten Quartal
Chinas Nachfrage steigt weiter kräftig
IEA prognostiziert Versorgungsengpässe ab 2012
Charttechnik: starker Aufwärtstrend

preisdrückende (bärische) Einflüsse: OPEC-Erhöhung vom September wirkt
Bush relativiert Weltkriegsdrohung
US-Konjunktur wackelt
OPEC sieht Märkte ausreichend versorgt
Weltweite Versorgung weist keine Löcher auf

Unsere Heizölpreise haben ein Jahreshoch erreicht. Der Rückgang des Dollars kann den Anstieg der Ölpreise derzeit nicht kompensieren. Aufwärts wird das Gebot der Stunde bleiben. Der Dollar könnte in den kommenden Tagen aber durchaus wieder stärker dagegenhalten. Am internationalen Markt nimmt die Überhitzung ihren Lauf. Irgendwann im Winter ist mit einer deutlichen Abkühlung zu rechnen. Spätestens wenn die Wirtschaft unter den Energiepreisen zu Boden geht, werden die Preise einstürzen.

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