Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Ölbörsen geben im späten Handel nach

Die US-Ölbestände sanken in der letzten Woche erheblich. Normalerweise zeigt dies einen erhöhten Verbrauch und damit sind die US-Bestandsdaten ein guter Gradmesser für die US-Konjunktur. Dies gilt für das Dogma, wenn der Verbrauch hoch ist, dann ist auch die Wirtschaftsleistung hoch. Die Ölnotierungen hätten also steigen müssen. Das taten sie nur kurzfristig, fielen dann aber stark ab. Der Grund für den starken Abbau der Bestände ist wohl viel mehr im amerikanischen Steuerrecht zu sehen als in einer florierenden US-Wirtschaft. Die Bewertung der Bestände zum Jahreswechsel soll nach Möglichkeit gering ausfallen. Ausschlaggebend für die Kursverluste dürfte vielmehr das neue Zerwürfnis zwischen den beiden Retter-Nationen Frankreich und Deutschland sein. Die Gerüchte über Differenzen und die Abstufung der spanischen Bonität durch die Ratingagentur Moody’s schwächten den Euro und stärkten den Dollar. Dies und die schlechten Aussichten für eine Lösung der Euro-Staatsschuldenkrise auf dem EU-Gipfel am kommenden Wochenende ließen die Ölkurse purzeln.

Dennoch möchten wir die Zahlen, die DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) gestern meldeten, nicht unterschlagen. Die Lagerdaten lauten wie folgt:

Rohöl: -4,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,1 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -4,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: -3,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,6 Mio. Barrel (API)

In der Summe ergibt sich ein Abbau von 12,3 (DOE) bzw. 6,9 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung wurde auf 83 Prozent abgesenkt. Dieser Umstand unterstreicht den gewollten Abbau der Produkte.

Obwohl von den Finanzmärkten, aber auch von den Menschen in Europa, eine starke und gerechte Lösung der Staatsschuldenkrise erwartet wird, wird zeitgleich in Brüssel über ein Verbot der Veröffentlichung von Ratings bezüglich der Bonität von Ländern diskutiert. Zwar haben sich die Ratingagenturen vor und seit der Finanzkrise 2007/2008 nicht gerade mit Ruhm bekleckert, aber, dass europäische Institutionen weltweite Ratings untersagen könnten, ist weltfremd. Der deutsche Heizölverbraucher kann zwar sein Gemüt an solchen Vorschlägen erhitzen, aber wirklich günstigere Heizkosten werden so nicht herbeigeführt.

Unsere Heizölpreise geben nach. Sie folgen den Verlusten an den Ölbörsen. Bis zum Wochenende werden die Märkte nervös agieren. Eine Vorhersage ist praktisch unmöglich. Jede noch so fixe Idee aus Brüssel, Berlin oder Paris kann die Kurse in die Höhe treiben oder auf Talfahrt schicken. Mittelfristig ist die Politik nach wie vor gewillt sich dem Willen der Finanzbranche zu beugen. Dies bedeutet, mehr Geld im Umlauf und damit eine Inflation über die Rohstoffbörsen. In dieser Zeit sollten sich Verbraucher mit den kleinen Preisschwankungen begnügen. Um die aufzuspüren, kann unser Preiswecker hilfreich sein. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Das beginnt mit dem Vermessen desselben. Hierzu empfehlen wir unseren elektronischen Peilstab und www.esytrol.com.

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