Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Ölpreise: Hohes Niveau behelligt Konjunktur

Internationaler Markt

Nachdem das britische Parlament den geplanten Militäreinsatz gegen Damaskus missbilligte, stoppte David Cameron sein kriegstreiberisches Auftreten und sagte eine Teilnahme an der Seite der USA zumindest solange ab, bis eindeutig geklärt ist, dass Assads Truppen Giftgas verschossen haben. Die eindeutige Klärung ist kaum möglich. Sollte das Giftgas von anderer Seite angewendet worden sein, bleibt das völkerrechtswidrige Verhalten ohnehin ungeahndet. Diese Sachlage holte die Ölnotierungen über Nacht von ihren Spitzenwerten zurück. Friedennobelpreisträger Barack Obama macht auf George W. Bush und wird gegebenenfalls ohne Alliierte gegen Assad und gegen die Stimmung seines Volks in eine kleine, folgenschwere Schlacht ziehen. Gegen andere Kräfte in Syrien ist auch von ihm kein Einsatz geplant. Diese Haltung hält die Ölnotierungen auf hohem Niveau. Sie wären in den letzten Tagen aber auch ohne das Kriegsgetrommel gestiegen. Hierzu geben die massiven Ölausfälle Libyens genug Anlass. Das Land droht im Chaos zu versinken. Die Ölförderung scheint unter das Niveau zur Zeit des kollabierenden Gaddafi-Regimes gefallen zu sein. Größere Produktionsprobleme als erwartet gibt es auch im sanktionsgebeutelten Iran. Die EIA (US-Energiebehörde) sieht die globale Versorgungslage mittlerweile kritisch. Die IEA (Internationale Energie Agentur) widerspricht der Einschätzung. Sie sieht den Markt ausreichend versorgt. Einen Grund für ein Anzapfen der strategischen Reserven gebe es nicht. In der Sorge um die konjunkturelle Auswirkung des hohen Ölpreises sind sich EIA und IEA allerdings einig.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise stiegen gestern noch höher. Diesmal waren nicht die Öl-, sondern die Dollarnotierungen schuld am Geschehen. Der Binnenmarkt trägt ebenfalls einen Anteil dazu bei. Die Vorlieferanten lassen sich etwas mehr für die Ware bezahlen als die Börse vorgibt. Darin steckt die Sorge vor der weiteren Entwicklung der Angebotslage und des Preises. Die kurzfristigen Aussichten für die Heizölpreise werden ein klein wenig besser, weil die Kriegslust des Westens abnimmt. Gut sind sie deshalb aber nicht. Die mittel- und längerfristigen Aussichten sind ebenfalls trüber als vor wenigen Tagen. Das geht wesentlich auf die Lage in Libyen zurück. Preisentwicklung folgt Stimmungsentwicklung. Sie kann unerwartet drehen. Insofern können die dunklen Wolken bald wieder verschwinden. Auf tiefere Heizölpreise zu spekulieren ist derzeit nervenaufreibend, aber nicht per se zum Scheitern verurteilt. Bleibt noch der Hinweis, dass die Preise besser sind als vor zwölf Monaten. Es gibt also keinen Zwang zur Spekulation, um vorteilhaft einzukaufen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Sorge vor Totalausfall Libyens als Öllieferant
Kritische Stimmen zur globalen Angebotssituation
Politische Spannungen im Nahen Osten und Nordafrika
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
Einige kleinere Infrastrukturstörungen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Britisches Parlament lehnt Militäreinsatz gegen Syrien ab
Globale Rohölnachfrage soll zum Herbst sinken
Diverse Länder melden steigende Ölproduktion
Eventuell werden strategische Reserven freigegeben

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen