Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Ölreserven hin oder her, es ist Wahlkampf

Von Obama bis Sarkozy. Alle Politiker wollen wiedergewählt werden. Der Unmut der Menschen in diesen beiden Staaten drückt sich unter anderem oder ganz besonders an den Tankstellen aus. Die hohen Ölpreise, insbesondere die hohen Spritpreise, sorgen für Bewegung auf einem Terrain, das kaum Bewegung zulässt. Die Ölpreismanipulation durch die Freigabe der strategischen Reserven hat noch nie wirklich funktioniert. Aber es ist ein Thema, mit dem man gut auf Stimmenfang gehen kann und wenn man Spekulant ist, dann kann man auch herrlich darauf oder dagegen wetten. Die Meldungen hierüber sind also dem Wahlkampf geschuldet und nicht einer lösungsorientierten Politik. Anstatt über die Freigabe der Reserven zu parlieren, sollten sie lieber ihre Finanzen und insbesondere den Finanzmarkt regeln. Seine Finanzen möchte der amerikanische Finanzminister Geithner bis 2015 zumindest soweit unter Kontrolle bringen, dass die Verschuldung mit dem Wirtschaftswachstum harmoniert. Das wäre weniger fantastisch als die deutsche Ausgabe vom ausgeglichenen Haushalt. Jedenfalls ist Geithner der Meinung, dass die US-Wirtschaft definitiv auf einem guten Weg ist.

Gestern wurden die US-Bestandsdaten veröffentlicht, welche die Fragwürdigkeit der beiden Ideen offenbaren. Die aktuellen Zahlen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) zu den Öl-Lagerbeständen in den USA sprechen vielmehr von einer auskömmlichen Versorgung und einer geringeren wirtschaftlichen Tätigkeit. Die Freigabe einer Reserve ist demnach unnötig. Im Einzelnen lauten die Zahlen wie folgt:

Rohöl: +7,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,6 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,4 Mio. Barrel (API)
Benzin: -3,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 2,9 (DOE) bzw. 3,5 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung ist auf 84 Prozent gestiegen. Die Gesamtbestände liegen knapp zwei Prozent unter Vorjahresniveau. Eine wirtschaftliche Erholung oder gar Möglichkeit Schulden abzubauen sieht anders aus.

Die Ölnotierungen fielen gestern ein wenig. Dafür konnte der Dollar wieder etwas zulegen. Die relativ gute Entwicklung des Euro seit Mitte Januar scheint aber zu halten.

Heute Morgen schwingen die Ölnotierungen schon wieder seitwärts. Die Tonne Gasöl kostet 1.024,25 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 105,28 Dollar und in London zu 124,07 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 75,10 Eurocent.

Unsere Heizölpreise geben weiter nach. Mittlerweile muss man von einem guten Moment in der gesamten Aufwärtsbewegung sprechen. Es tut sich seit längerem nichts mehr in steigender Richtung. Zur Einschätzung verweisen wir auf unseren Heizölpreis-Chart. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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